Iran: Demonstranten verhindern Hinrichtung

Von Thierry Chervel
30.12.2009. Eine geradezu unglaubliche, aber durch ein Video belegte Szene erzählt Mina Ahadi vom Zentralrat der Ex-Muslime auf der Website des Humanistischen Pressedienstes. Demonstranten haben in der iranischen Stadt Sirjan eine Hinrichtung verhindert und die beiden (bereits bewusstlosen) Delinquenten vom Galgen abgeschnitten: "Um neun Uhr bekomme ich dann diese Nachricht: Mina, die Menschen waren sehr entsetzt, von Anfang an gab es eine Demonstration und schließlich haben einige diese Jugendlichen gerettet und mitgenommen. Ich bin überglücklich, denke aber zugleich, das ist nicht wahr, wie haben sie das gemacht? Ich bin skeptisch und warte auf andere und genaue Informationen. Ja, aber alles ist wahr. Schauen Sie selbst an, wie die Menschen die Henker mit Steinen verjagten, mehrere Fahrzeuge der Sicherheitskräfte sowie den Galgen anzündeten, die Seile mit Messer durchschnitten und die zwei Jugendlichen mitnahmen!"

Godard Antisemit? Material

Von Thierry Chervel
17.12.2009. Ist Jean-Luc Godard Antisemit?, fragt die FAZ heute. Nun ja, 1977 war er es jedenfalls, wenn man diese Passage aus einem hier dokumentierten Brief an den palästinensischen Lyriker Elias Sanbar liest. Godard denkt über das Foto eines "Muselmanen" nach. So nannte man in den KZ verhungernde Insassen im letzten Stadium. Auf französisch ist das Wort absolut identisch mit dem Wort für "Muslim" - nämlich "musulman". Nach einer dunklen Passage über ein "Urbild des jüdischen Volkes" schreibt Godard: "Darüber spricht Israel nie, dass es ein zweites furchtbares Bild brauchte, ein Bild vom deutschen Wahnsinn, um das Recht auf eine Heimat zu erobern, eine Heimat im vollen Sinne, und dass das ein schweres Erbe ist.
Aber das kann man auf jedem Bild aus den deutschen Lagern sehen, außer wenn man oberflächlich guckt und es zu schrecklich zu sehen ist, zu schrecklich vor allem, dass man nur aus dem Hass des anderen heraus existiert.
Niemand weiß, wie es genau im Nahen Osten ausgehen wird, aber man weiß ein bisschen darüber, wo und wann es begonnen hat.
Es war hier, in Europa (es ist also auch unser Krieg, wenn es nicht unser Krieg wäre, würde
man garnicht verstehen, warum die Leute sich über de Libanon aufregen und nicht über Südafrika oder Kambodscha).
In Europa und mit einem seiner Bilder, nicht irgendeinem, und seiner wirklichen Bildlegende.
Der aktuelle Krieg im Nahen Osten wurde in einem Konzentrationslager geboren, an dem Tag, als ein großer jüdische Clochard sich vor seinem Tod von irgendeinem SSler noch als 'Muselmane' behandeln lassen musste.
Es muss wirklich der Geist des Bösen gewesen sein, der dem Gedächtnis von sechs Millionen toten Juden das Gedächtnis des Hasses auf den anderen einimpfte, aber auf denjenigen, der für die Juden 'der andere' ist, in diesem Fall, denn dreißig Jahre danach trifft das jüdische Volk auf seinesgleichen, ein anderes jüdisches Volk, auf einem ganz bestimmten Territorium, nicht in Nacht und Nebel diesmal, sondern eher in der Sonne, und das ihm sagt: Ich gleiche dir, ich bin Palästinenser."

Das Wort "Muselmane", das er immer wieder fälschlich mit dem französischen Begriff für den Muslim gleichsetzt, beschäftigt Godard auch in späteren Jahren. 1995 sagt er in einem Gespräch mit dem Radiosender France Culture: "Die Bücher sagen, dass die Deutschen Lagerinsassen im Endzustand als 'Muselmanen' bezeichneten, wenn sie sich überhaupt nicht mehr bewegen konnten, nicht mehr die Kraft hatten zu leben. Sie hätten sie 'Inder', 'Zigeuner', 'Russen' nennen können, es fehlte ihnen doch damals nicht an Leuten, die sie hassen konnten."
In den siebziger Jahren arbeitete Godard zusammen mit Anne-Marie Miéville an dem Essayfilm "Ici et ailleurs", in dem er die Gleichsetzung des Holocaust mit den Leiden des palästinensischen Volks mit den damaligen Mitteln des Videos umsetzt. Er montiert ein Bild Hitlers mit einem Bild Golda Meirs


und lässt zu den Gesängen eines Rabbis oder Kantors, in denen die Wörter "Auschwitz" und "Majdanek" vorkommen die Buchstabenfolge Israel wie auf früheren Flughafen-Schautafeln in die Buchstabenfolge Palestine umspringen.



Hier lässt sich die Passage aus dem Film ansehen:

Thierry Chervel
twitter.com/chervel

Hamburger Abendblatt - bezahlen trotz freien Zugangs?

Von Peer Skrzypek
16.12.2009. Seit vorgestern sind einige regionale Inhalte des Onlineauftritts des Hamburger Abendblattes nur noch für zahlendes Publikum einsehbar. Über dieses Thema hat bereits Stefan Niggemeier in seinem Blog berichtet. Wer sich den Internetauftritt des Hamburger Abenblatts näher ansieht, stellt aber schnell fest, dass die Bezahlschranke nur zum Schein errichtet wurde. In Wirklichkeit waren am 16. Dezember sämtliche Artikel frei zugänglich.
Als Beispiel nehmen wir den Artikel "Stadt investiert so viel Geld wie noch nie" beim Abendblatt.
Wer den Artikel einfach so annklickt, bekommt folgende Seite zu sehen:


Aber das Hamburger Abendblatt fährt eine Doppelstrategie: Der Leser soll zahlen, bei Google aber möchte man trotzdem vorkommen. Für Google sind die Bezahlinhalte weiter einsehbar, schließlich sollen die Artikel weiterhin gut gefunden werden. Von google kommend ist zumindest der erste Artikel ohne Barriere anklickbar. Siehe auch Carta: "Die Hintertür ist, wie der Verlag bestätigt, ein Feature: Die Leser, die 'vorne' bei abendblatt.de reinkommen, sollen ein Abo lösen. Zugleich soll der Traffic über Google nicht abgeschnitten werden. Es handele sich um den bewussten Einsatz eines 'Der erste Klick ist entgeltfrei?-Modells (mehr dazu in Google offiziellem Blog für Webmaster).'
Wie aber unterscheidet das Abendblatt, ob ein Benutzer von Google kommt oder nicht? Dies geschieht mit Hilfe von Daten, die der Browser beim Besuch einer Seite an diese übermittelt. Im "Referrer" wird angegeben, welche Seite auf den geklickten Artikel verlinkt hat. Im "User Agent" übermittelt der Browser Daten über sich. Ein Firefox 3.5 hat hier standardmäßig den Wert "Mozilla/5.0 (Windows; U; Windows NT 5.1; de; rv:1.9.1.5) Gecko/20091102 Firefox/3.5.5 (.NET CLR 3.5.30729)". Google identifiziert sich mit dem User Agent "Googlebot/2.1".
Spielt man dem Abendblatt nun vor, dass der eigene Browser eigentlich der Googlebot ist, dann hat man Zugriff auf alle Seiten des Abendblattes, egal ob man von Google kommt oder direkt aus dem Abendblatt geklickt hat.
Es gibt Firefox Addons, die diese Aufgabe erledigen, zum Beispiel der kostenfreie "User-Agent-Switcher".
Dieser ermöglicht es, die Metadaten des eigenen Browsers zu bearbeiten. Webmaster gebrauchen dieses Instrument um zu sehen, wie ihre Seite für eine Suchmaschine aussieht.
Peer Skrzypek ist Programmierer beim Perlentaucher

Willi Winkler und der Mann der Tat

Von Thierry Chervel
02.12.2009. Dass es linken Antisemitismus gibt, hat sich inzwischen sogar bis in die Linke herumgesprochen. Und doch ist es bis heute bestürzend, wie asymmetrisch die Wahrnehmung der Öffentlichkeit ist. Gerät eine Institution wie die Kirche in Verdacht, dann ist das Rauschen in den Blättern groß: Aber so empörend Benedikts XVI. Abwiegeln ist - wen repräsentieren schon die Piusbrüder? Weit weniger Interesse erregte fast gleichzeitig der postkoloniale Stand-up-Comedian Dieudonné, der vor einem johlenden Massenpublikum den Holocaustleurgner Robert Faurisson mit einem selbstgeschaffenen Pres für political incorrectness auszeichnete.Kommt der Pesthauch aus der eigenen Ecke, hat es damit immer eine Bewandtnis. Dann muss man erklären, verstehen und es auch mal ganz anders sehen. So heute auch Willi Winkler in der SZ in einer Besprechung von Aribert Reimanns Biografie des Kommunarden: Dieter Kunzelmann war Antisemit, Winkler will es ja gar nicht leugnen. Aber Kunzelmann war eben auch hochsympathischer "Großkasperl", der die Verhältnisse im Sinne Winklers zum Tanzen brachte und den man sich von Aufklärern wie Wolfgang Kraushaar, Gerd Koenen oder Götz Aly nicht kaputtmachen lassen will. So ein Mann der Tat lässt einen Mann des Wortes wie Winkler stets schon knieweich werden. Der "letzte deutsche Bohemien" sei Kunzelmann gewesen, schwärmt Winkler. Als wäre das ein Ehrentitel. Die Boheme ist genau jenes Terrain vague, in dem die rechten und linken Totalitarismen ihre ungeschiedenen Ursprünge haben. Hitler war auch ein Bohemien.
"Es gehört mittlerweise zum guten Ton, den großen Zampano schlechtzureden", klagt Winkler. Kraushaars Kunzelmann-Buch ist - neben Gerd Koenens Buch "Vesper, Ensslin, Baader" und Götz Alys "Unser Kampf" - so epochal, weil es verdrängte Kontinuität unter den Brüchen offenlegt. "Die Bombe im jüdischen Gemeindehaus" schildert, wie Kunzelmann mit seinen "Tupamaros" den "Judenknax" (so Kunzelmann) der 68er heilen wollte. Kein Buch zeigt besser, dass eine bestimmte Fraktion der 68er - eine radikale, aber wie Winklers Beispiel bis heute zeigt, eine einflussreiche - keineswegs über die Taten der Eltern aufklären wollte, sondern dass ihre Pathologie eine der Wiederholung war: Sie wollten die Geschichte der Eltern nachspielen, nur andersrum, mit sich selbst in der Rolle der Opfer und Resistants - und den Amerikanern und Juden in der Rolle der Nazis.
Hinter den Rechtfertigungen eigener Morde und Mordgelüste steckte ein banaler Reflex unverarbeiteter Vergangenheit, eine unschöne Aneignung des Opferstatus, eine zweite Entsorgung der eigentlichen Opfer. Diese Mentalität kristallisierte sich in der Tat, die bis zu Kraushaars Buch so gut wie total verdrängt war, der Bombe im jüdischen Gemeindehaus. Sie sollte am 9. November 1969 hochgehen, während des Gedenkens an die "Reichskristallnacht", wo sich ein schütteres Häufchen Überlebender mit ein paar offiziellen Abgesandten des Staates und der Kirchen versammelte. Gelegt hatte sie Albert Fichter, offenbar auf Weisung Dieter Kunzelmanns, der bis heute leugnet.
"Dass Kunzelmanns Untat antisemitisch war", will Winkler wie gesagt gar nicht bestreiten. Es ist ihm nur nicht so wichtig. Winkler scheint in der Tat einen fehlgeleiteten Akt mit an sich richtiger Intention zu sehen. Er ordnet sie in eine Tradition des Surrealismus und Situationismus ein, deren Legitimität für ihn bis heute nicht in Zweifel steht: "1969 mag es für (Kunzelmann) der ultimative surrealistische Akt gewesen sein, die Berliner Gedenkfeier in ihrem selbstzufriedenen Philosemitismus zu erschüttern. So grauenhaft und wenig verzeihlich das ist, so wenig sollte einem die Zerstörungslust fremd sein, die der Avantgarde seit je zugehört. Die Avantgarde war nie nett zu ihrem Publikum." Diese Sätze müsste man genauer auseinandernehmen: Sind die im Gemeindehaus versammelten Juden das "Publikum" einer Avantgarde, die nun mal nicht nett zu ihm ist? Sollten sie das Attentat im Namen der Kunstfreiheit über sich ergehen lassen? Kann man vom "selbstzufriedenen Philosemitismus" eines schütteren Häufchens Holocaustüberlebender sprechen?
Die Bombe ging nur wegen eines kleinen Konstruktionsfehlers nicht hoch. Sie war so explosiv, dass es unter den 250 Anwesenden zahlreiche Tote gegeben hätte. Dass der Berliner Verfassungschutz bei der Übergabe der Bombe an Fichter eine Rolle spielte, macht diesen verdrängten deutschen Moment nur noch grässlicher. An Kunzelmanns spontanem, tief gefühltem Antisemitismus ändert es nichts.
Winkler versucht dennoch eine Ehrenrettung der abscheulichen Figur - zu konstitutiv scheint sie für seinen eigenen ideologischen Komfort. Die Empörung über Kraushaars nüchterne Rekonstruktion der Fakten klingt in seinem Artikel noch nach: "Wolfgang Kraushaar ist es mit seinem Buch 'Die Bombe im Jüdischen Gemeindehaus' gelungen, Kunzelmann als bete noire, als den allerschlimmsten Finger, zu denunzieren, der die bis dahin so ehrbare Linke zum Antisemitismus der Elterngeneration zurückgeführt haben soll."
Winklers Artikel repräsentiert eine Tendenz in der kulturellen, intellektuellen und auch politischen Linken in Deutschland - eine Tendenz zur Leugnung der Geschichte. Zurecht erinnert Winkler daran, dass die Berliner Alternative Liste Kunzelmann ohne den geringsten Skrupel in den achtziger Jahren zum Abgeordneten im Westberliner Parlament machte. Man sah darin eine weitere lustige Provokation des Establishments. In der Hausbesetzerszene und der taz gab es seinerzeit ganze Fraktionen von Verehrern, die stets an seinen Lippen hingen, wenn er Anekdoten aus der Politclownzeit der Kommune 1 zum besten gab.
Der Muff der tausend Jahre qualmt auch aus Haschichtüten.
Thierry Chervel
twitter.com/chervel

Iran: Demonstranten verhindern Hinrichtung

30.12.2009. Eine geradezu unglaubliche, aber durch ein Video belegte Szene erzählt Mina Ahadi vom Zentralrat der Ex-Muslime auf der Website des Humanistischen Pressedienstes. Demonstranten haben in der iranischen Stadt Sirjan eine Hinrichtung verhindert und die beiden (bereits bewusstlosen) Delinquenten vom Galgen abgeschnitten: "Um neun Uhr bekomme ich dann diese Nachricht: Mina, die Menschen waren sehr entsetzt, von Anfang an gab es eine Demonstration und schließlich haben einige diese Jugendlichen gerettet und mitgenommen. Ich bin überglücklich, denke aber zugleich, das ist nicht wahr, wie haben sie das gemacht? Ich bin skeptisch und warte auf andere und genaue Informationen. Ja, aber alles ist wahr. Schauen Sie selbst an, wie die Menschen die Henker mit Steinen verjagten, mehrere Fahrzeuge der Sicherheitskräfte sowie den Galgen anzündeten, die Seile mit Messer durchschnitten und die zwei Jugendlichen mitnahmen!" Von Thierry Chervel

Godard Antisemit? Material

17.12.2009. Ist Jean-Luc Godard Antisemit?, fragt die FAZ heute. Nun ja, 1977 war er es jedenfalls, wenn man diese Passage aus einem hier dokumentierten Brief an den palästinensischen Lyriker Elias Sanbar liest. Godard denkt über das Foto eines "Muselmanen" nach. So nannte man in den KZ verhungernde Insassen im letzten Stadium. Auf französisch ist das Wort absolut identisch mit dem Wort für "Muslim" - nämlich "musulman". Nach einer dunklen Passage über ein "Urbild des jüdischen Volkes" schreibt Godard: "Darüber spricht Israel nie, dass es ein zweites furchtbares Bild brauchte, ein Bild vom deutschen Wahnsinn, um das Recht auf eine Heimat zu erobern, eine Heimat im vollen Sinne, und dass das ein schweres Erbe ist. Von Thierry Chervel

Hamburger Abendblatt - bezahlen trotz freien Zugangs?

16.12.2009. Seit vorgestern sind einige regionale Inhalte des Onlineauftritts des Hamburger Abendblattes nur noch für zahlendes Publikum einsehbar. Über dieses Thema hat bereits Stefan Niggemeier in seinem Blog berichtet. Wer sich den Internetauftritt des Hamburger Abenblatts näher ansieht, stellt aber schnell fest, dass die Bezahlschranke nur zum Schein errichtet wurde. In Wirklichkeit waren am 16. Dezember sämtliche Artikel frei zugänglich. Von Peer Skrzypek

Willi Winkler und der Mann der Tat

02.12.2009. Dass es linken Antisemitismus gibt, hat sich inzwischen sogar bis in die Linke herumgesprochen. Und doch ist es bis heute bestürzend, wie asymmetrisch die Wahrnehmung der Öffentlichkeit ist. Gerät eine Institution wie die Kirche in Verdacht, dann ist das Rauschen in den Blättern groß: Aber so empörend Benedikts XVI. Abwiegeln ist - wen repräsentieren schon die Piusbrüder? Weit weniger Interesse erregte fast gleichzeitig der postkoloniale Stand-up-Comedian Dieudonné, der vor einem johlenden Massenpublikum den Holocaustleurgner Robert Faurisson mit einem selbstgeschaffenen Pres für political incorrectness auszeichnete.Kommt der Pesthauch aus der eigenen Ecke, hat es damit immer eine Bewandtnis. Dann muss man erklären, verstehen und es auch mal ganz anders sehen. So heute auch Willi Winkler in der SZ in einer Besprechung von Aribert Reimanns Biografie des Kommunarden: Dieter Kunzelmann war Antisemit, Winkler will es ja gar nicht leugnen. Aber Kunzelmann war eben auch hochsympathischer "Großkasperl", der die Verhältnisse im Sinne Winklers zum Tanzen brachte und den man sich von Aufklärern wie Wolfgang Kraushaar, Gerd Koenen oder Götz Aly nicht kaputtmachen lassen will. So ein Mann der Tat lässt einen Mann des Wortes wie Winkler stets schon knieweich werden. Der "letzte deutsche Bohemien" sei Kunzelmann gewesen, schwärmt Winkler. Als wäre das ein Ehrentitel. Die Boheme ist genau jenes Terrain vague, in dem die rechten und linken Totalitarismen ihre ungeschiedenen Ursprünge haben. Hitler war auch ein Bohemien. Von Thierry Chervel