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Redaktionsblog - Im Ententeich

Stichwort: Holocaust, Erscheinungsdatum: bis - 3 Artikel

Das Behagen an der Unkultur

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.01.2010 Henryk Broder ist ein Riese! Ganz allein ist er in der Mehrheit gegenüber all den kleinen Feuilletons. Die tapfere kleinere Minderheit aus Freitag, taz, Zeit, Süddeutsche, FAZ und FAS hat in den letzten Wochen ihren ganzen Mut zusammengenommen, um hinter dem anarchistischen Witz Broders den dunkel schimmernden "Fundamentalismus der Aufklärung" bloßzulegen. In einer ganzen Flut von Artikeln zurren sie ihn fest und pieken ihn, wie das Zwergenvölkchen bei Swift. Broder, schrieb Thomas Assheuer in der Zeit, "gibt sich stets Mühe, lustig zu schreiben, aber er meint es bitterernst". Das ist der Unterschied: Seine Gegner sind nicht mal lustig. Von Thierry Chervel

Godard Antisemit? Material

Redaktionsblog - Im Ententeich 17.12.2009 Ist Jean-Luc Godard Antisemit?, fragt die FAZ heute. Nun ja, 1977 war er es jedenfalls, wenn man diese Passage aus einem hier dokumentierten Brief an den palästinensischen Lyriker Elias Sanbar liest. Godard denkt über das Foto eines "Muselmanen" nach. So nannte man in den KZ verhungernde Insassen im letzten Stadium. Auf französisch ist das Wort absolut identisch mit dem Wort für "Muslim" - nämlich "musulman". Nach einer dunklen Passage über ein "Urbild des jüdischen Volkes" schreibt Godard: Von Thierry Chervel

Das Zentraleuropäische Forum in Bratislava

Redaktionsblog - Im Ententeich 20.11.2009 Eine solche Liebe dürfte einem ausländischen Staatsmann kaum je entgegenschlagen. Obama vielleicht. Aber der Jubel für Obama wirkt angesichts der Szene im ausverkauften Stadttheater von Bratislava wie kindische Verliebtheit. Denn dies hier ist Liebe, dauerhafte innige Dankbarkeit für einen, der wusste loszulassen. Vaclav Havel verbeugt sich in einer Reihe von Diskussionspartnern und nimmt den stehend dargebrachten Applaus mit Geduld und Bescheidenheit entgegen. Die Diskussion handelte von einem gewissen Gefühl der Ernüchterung nach zwanzig Jahren errungener Demokratie. Der Perlentaucher war eingeladen, weil er mit seiner englischsprachigen Seite signandsight.com immer wieder auch versuchte, europäische Debatten zu lancieren - und dabei in den mittel- und osteuropäischen Ländern auf größere Resonanz stieß als in Deutschland oder Westeuropa. Von Thierry Chervel