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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Redaktionsblog: Im Ententeich

Zeitungskrise und kein Ende

27.02.2009. Droht den Zeitungen eine Knebelung durch Amazon wie die Musikindustrie sie durch Apple hinnehmen musste? Ausgelöst durch die Horrormeldungen über bankrotte Zeitungen kochte in den USA in den letzten zwei Monaten die Debatte um die Zukunft des Journalismus hoch. Den Anfang machte Joel Brinkley von der Stanford University, der vorschlug, die Zeitungskonzerne sollten sich zusammenschließen und alle für ihre Inhalte Geld verlangen. Hier die wesentlichen Argumente und Vorschläge in der Debatte (eine detailliertere Zusammenfassung mit Links zu allen Artikeln findet man bei Printed Matters): Von Anja Seeliger

Warnung vor dem Artikel

26.02.2009. Ob im Archiv der FAZ wohl noch mit Karteikarte und Zettelkasten gearbeitet wird? Wert gelegt wird hier jedenfalls auf ursprüngliche Erzeugnisse aus Papier und Tinte: Wer im (digitalen) Archiv der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen alten Artikel lesen möchte und auch noch bereit ist hierfür zu bezahlen, hat noch lange nicht das Recht den Text auch auf seinem Rechner abzuspeichern. Gemäß der Geschäftsbedingungen darf der Nutzer den Artikel nämlich nur ausdrucken. Auf der Festplatte sichern hingegen ist verboten. (Gut also, dass sich das E-Book bisher als Rohrkrepierer erwiesen hat, es würde ja alles aus dem Ruder laufen!) Von Frauke Fentloh

Rettet den Journalismus, nicht die Presse

26.02.2009. Der Journalist und Hochschullehrer Daniel Sinker ist nicht beeindruckt von den Vorschlägen zur Rettung des Journalismus, die er auf einer Konferenz in Chicago zu hören bekam. Vor allem, weil es dabei nicht um die Zukunft des Journalismus, sondern um die Zukunft des verlegerischen Establishments ging, schreibt er in der Huffington Post. Dieses Establishment will sich mit einem an iTunes angelehnten Modell für Zeitungsartikel retten. Sinker findet das zum Lachen: Denn wer hasst iTunes? Die großen Musiklabels! "iTunes bedroht die etablierte Ordnung: Es beweist, dass die Labels nicht so mächtig sind, wie sie behaupten. Noch bedrohlicher ist, dass es den Weg in eine Zukunft markiert, in der die großen Plattenfirmen immer unwichtiger werden. Deshalb erscheint es ziemlich albern, wenn die großen Zeitungen auf iTunes blicken: Sie steuern sehenden Auges in ihr Verderben." Von Anja Seeliger

Börse für Copyrights

25.02.2009. Paul Spinrad, zur Zeit Gastblogger bei BoingBoing, hat eine interessante Idee zum Copyright. Er schlägt eine Börse vor, an der die Rechte an Kulturprodukten gehandelt werden: "Eine Rechte-Börse würde es nicht nur erleichtern, Rechte für die aktuelle Nutzung zu erwerben, sie würde auch die Spekulation unterstützen. Wenn ihr ein vergessenes, aber aufregendes Musikstück oder einen Film kennt, von dem ihr überzeugt seid, dass andere Leute es wiederveröffentlichen, sampeln oder was auch immer wollen - bestens, kauft es oder bildet einen Einkaufspool mit anderen, die ein Stück davon wollen. Das gilt auch für Sachen, die nicht so toll sind, von denen ihr aber glaubt, dass viele andere sie haben können wollten. Spekuliert!" Von Anja Seeliger

Damals gab es gar keine Berliner Zeitung!

12.02.2009. Mit einem bedauernswerten Mangel an Subtilität nimmt Henryk Broder in der Achse des Guten Stellung zu einem Einwand des bekannten Kulturkritikers Rudolf Walther gegen Necla Kelek, welche gerade Frank Schirrmacher (denn er ist der einzige Journalist, bei dem jedes Mal eine neue Ära anbricht, wenn er einen Artikel schreibt) mit dem Börne-Preis bedachte. Die Islamkritikerin Kelek, so Walther in der Berliner Zeitung, vergesse darauf hinzuweisen, dass auch der europäische Hochadel jahrhundertelang Zwangsheirat und Ehrenmord praktiziert habe. Broder meint dazu: "der europäische Hochadel hat nicht nur lange vor den Moslems den 'Ehrenmord' praktiziert, er hat auch Jahrhunderte lang in die Ecken geschissen und zum Abwischen kulturkritische Texte von RW genommen." Das kann doch gar nicht sein! Von Thierry Chervel

Vorauseilende Unterwerfung

09.02.2009. "Es war ein fliegender Wechsel. Als der eine Totalitarismus mit leisem Rülpser kollabierte, erhob der andere schon sein bärtiges Haupt. Wer im Jahr 2009 nur an den Mauerfall erinnert, erzählt nur die halbe Geschichte. Mit dem Bannstrahl der Morddrohung gegen Rushdie zielte der Islamismus, der vielen zuvor als ein finsterer Folklorismus in weit entfernten Ländern erschienen war, direkt in den Westen, um ihn von nun an mitzuregieren." Weiter im Tagesspiegel
Von Thierry Chervel

Die Negationisten und der Papst - französische Journalistinnen dementieren

05.02.2009. Wie kam es eigentlich dazu, dass das schwedische Fernsehen die negationistischen Äußerungen des Lefebvre-Bischofs Williamson genau an dem Tag sendete, an dem bekannt wurde, dass Papst Benedikt die Exkommunikation der vier Bischöfe aufhebt, dem 21. Januar (hier das Video)? Im Vatikan, berichtet heute die FAZ unter Berufung auf die NZZ (hier, noch genauer ist aber ein Artikel in der katholischen Tagespost), kursiert ein Papier, das die Journalistinnen Caroline Fourest und ihre Lebensgefährtin Fiammetta Venner beschuldigt, die Abfolge der Ereignisse mit konspirativer Energie arrangiert zu haben. Von Thierry Chervel

Woraus wir leben

04.02.2009. "Wie gut, dass es im allgemeinen Drunter und Drüber des aus allen Fugen geratenen Medienbetriebs noch aufmerksame Beobachter gibt, die unverzichtbare Standards öffentlicher 'Diskurskultur' auch dann noch verteidigen, wenn deren Protagonisten sie leichthin aufgeben", schreibt Heribert Seifert in Eigentümlich frei über den bedeutendsten Hort journalistischer Ethik in Deutschland, das FAZ-Feuilleton. Streng objektiv berichtet es zum Beispiel über die Präsientschaftskandidatin der SPD, Gesine Schwan. Mindestens so streng wie Jürgen Kocka im Merkur über Doktorarbeiten, die er selbst betreute... Von Thierry Chervel