In der
FAZ zeigt sich Simon Strauß ziemlich beeindruckt von einer Aussage der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Angesprochen auf Trumps Drohung,
Grönland zu überfallen, also ein anderes Nato-Land, erklärte sie im dänischen Fernsehen: "Sollten sich die USA zu einer solchen Attacke entscheiden, dann sei '
alles vorbei'. Im dänischen Original lautet der Satz: 'Hvis USA vælger at angribe et andet NATO-land, så hører alting op.' Så hører alting op - wörtlich übersetzt: 'dann hört alles auf'. Es ist bemerkenswert, dass eine Politikerin hier die engen Bahnen der politischen Funktionsrhetorik verlässt und ins Ungefähre einer
metaphysischen Redeweise eintritt. Einer Vorstellungswelt, die uns das Ende von allem - man will hinzufügen 'allem Gewohnten' - vor Augen führt und nicht versucht, das
potentiell Umstürzende der Vorgänge psychologisch abzufedern." Für Strauß "klingen schon die Töne einer anderen Zeit herüber".
In der
FAZ vergleicht der Historiker
Mischa Meier Donald Trump mit einem römischen Kaiser - aber nicht mit Caligula oder Nero, wie kürzlich Gustav Seibt in der
SZ (
unser Resümee), sondern mit
Augustus. Wie Tacitus bei Augustus erkennt Meier bei Trump die Markierungspunkte auf dem Weg zu einer
monarchischen Ordnung: "fortschreitende autoritäre Umgestaltung der politischen Ordnung, Aufstellung des Militärs als Drohgebärde gegen die eigene Bevölkerung, ein nonchalant-aushöhlender Umgang mit den überkommenen Institutionen, die Durchsetzung eines ideologisch-moralischen Erneuerungsprogramms, Vorgehen gegen traditionelle Eliten, gegen politische Gegner und Andersdenkende, Erzeugung einer Kultur der Ehrerbietung und des Schmeichelns, Bruch mit den etablierten Maximen der Außenpolitik durch eine grundlegende, auf den Herrscher zentrierte Neuordnung der Welt und - zuletzt - die Selbststilisierung als Friedensbringer. Aus gegenwärtiger Perspektive beunruhigt an der Politik des Augustus vor allem eines: Sie war
in jeder Hinsicht erfolgreich."
Mit seiner "
Donroe-Doktrin" lehnt sich Donald Trump eher an seinen Amtsvorgänger Theodore Roosevelt an, der seiner Zeit mit einem "Roosevelt-Korollar" einen "internationalen Polizeidienst" forderte und beispielsweise in Kuba und Haiti einfiel,
schreibt Marc Tribelhorn in der
NZZ. Das findet sich auch bei Trump und seiner neuesten Sicherheitsstrategie wieder: "Eine zentrale Neuerung ist das sogenannte 'Trump-Korollar' zur Monroe-Doktrin. Gemäß dieser soll Konkurrenten - insbesondere China und Russland - verwehrt werden,
strategisch bedeutsame Vermögenswerte in der westlichen Hemisphäre zu besitzen oder zu kontrollieren. Damit zeigt sich auch, dass sich Donald Trump mit seiner 'Donroe-Doktrin' mehr auf Theodore Roosevelts Kanonenbootpolitik beruft als auf die ursprüngliche Monroe-Doktrin", die eigentlich nur bedeutete, im Falle von fremden Invasionen die westliche Hemisphäre zu verteidigen.
Trump hat sicher alles getan, die Demokratie in Amerika zu untergraben, "gleichwohl",
meint Claus Leggewie in der
taz, "die amerikanische Demokratie, so unfertig sie immer blieb, hat die
Könige davongejagt und frühere Kipppunkte überstanden, darunter die Reichen-Oligarchie am Ende des 19. Jahrhunderts und die erste Welle falscher America-first-Propheten, die sich in den 1930er Jahren am liebsten mit Adolf Hitler verbündet hätten. Vom Alter des Greises, der im Juni 80 wird, war noch gar nicht die Rede, der unüberwindbar wirkende Präsident
verliert seine Aura. Dem kann im Jahr 2026 mit einer Machtentziehungskur nachgeholfen werden."