
Als Schatzkästlein mit leichten Mängeln
preist Terry Eagleton
Russell Jacobys Studie
"Picture Imperfect" zur Kulturgeschichte der niemals perfekten
Utopie. "Die meisten Utopien sind geruchslose, antiseptische Orte, unerbittlich stromlinienförmig und vernünftig, in der die Eingeborenen stundenlang über die
herrliche Effizienz ihrer sanitären Einrichtungen plaudern. Alternative soziale Universen neigen dazu, nur leicht getarnte Versionen unseres eigenen zu sein - wie die Außerirdischen, die sich, wenn man einen Körperteil hinzufügt oder weglässt, selten groß von Donald Rumsfeld oder Tony Blair unterscheiden. Die
wahren Aliens sind jene, die mitten unter uns sind."
Die
Poesie ist am Ende, verkündet die notorisch angriffslustige Kritikerin
Camille Paglia in ihrem neuen Buch
"Break, Blow, Burn". Vom Titel inspiriert, zerbricht, sprengt und
verbrennt Lee Siegel im Gegenzug ihr "überaus banales" Traktat genüsslich These um These, Wort um Wort. Heute gibt es nicht weniger
gute Gedichte als früher, meint Siegel, sie seien nur schwerer zu entdecken. Und überhaupt schreibe Paglia für die Eitelkeit
kultureller Halbintellektueller, die keine Zeit mehr zum Lesen haben und nur darin bestätigt werden wollen, dass es in der aktuellen beklagenswerten Krise sowieso nichts Interessantes zu verpassen gibt. "Die USA scheinen das einzige Land der Welt zu sein, in dem
moralische Entrüstung zum intellektuellen Habitus geworden ist."