"Fulminant" findet Freddy Langer in der
FAZ die Ausstellung "Unbeschreiblich weiblich. Frauenbilder in der DDR" im
Dieselkraftwerk Cottbus, die sich in mehr als neunzig Werken auf die Spur der "
legendären Ostfrau" begibt: "Bei aller Vielfalt in der Auswahl, die mit prominenten Künstlern von Curt Querner und Max Lachnit über Wolfgang Peuker und Arno Rink bis Clemens Gröszer und Angela Hampel reicht und bedeutende Fotografen wie Tina Bara und Gundula Schulze Eldowy oder Eva Mahn und Günter Rössler mit einschließt, ist Caroline Kühnes (Kuratorin der Schau, Anm. d. Red.) Vorliebe für strenge,
kantige,
verhärmte Gesichter und Figuren bis an die Grenze der Zerrissenheit nicht zu übersehen. Damit dominiert eine
gewisse Kälte, weit entfernt von der staatlich verordneten Glückseligkeit des sozialistischen Menschen. Mag sein, dass sich darin ein Leben in der Mangelwirtschaft und unter den
Gängeleien einer Diktatur widerspiegelt. Möglich auch, dass das Bröselnde, Verfallende des Lands gemeint war."
Das Museum sei einer "
Restitution gegenüber natürlich offen", sagt im
Monopol-
Gespräch Kathleen Reinhardt, Direktorin des Berliner Kolbe-Museums, der erstmals in der
FAZ vorgeworfen wurde, sie verschleiere den Raubkunst-Hintergrund des berühmten Tänzerinnen-Brunnens (
Unser Resümee). Die Vorwürfe hätten sie überrumpelt, sei sie es doch gewesen, die die Recherchearbeit angestoßen habe: "Seit Anfang dieses Jahres konnten wir direkten Kontakt aufnehmen, seit Mai dieses Jahres wissen wir von einem Anwalt, dass Teile der Nachfahren wahrscheinlich die Verzichtserklärung von 2001 nicht kennen oder ihr nicht zustimmen. Das Kolbe-Museum hat das, was Stahl nicht nur mit seiner faktischen Enteignung angetan wurde, auch immer als das bezeichnet, was es ist: ein unverzeihliches,
maßloses Unrecht. Wir haben allerdings den Begriff '
Raubkunst' nicht benutzt. Rückblickend stelle ich fest, dass wir mit der Nutzung des Begriffes Unklarheiten hätten vermeiden können."
Weitere Artikel: Im
taz-
Gespräch mit Sophie Tiedemann erzählt die bosnische Künstlerin
Sejla Kameric die Geschichte hinter ihrer berühmt gewordenen Arbeit "Bosnian Girl". Im
Welt-Gespräch mit Martina Meister erzählt
Didier Fusillier, Direktor des Verbunds der französischen Staatsmuseen und Schlösser, wie er das
wiedereröffnete Grand Palais in Paris mit Tanzaufführungen, After-Partys und DJ-Sets populär machen will. In der
FAZ schreibt Oliver Maria Schmitt den Nachruf auf den im Alter von 76 Jahren gestorbenen Maler und Karikaturisten
Ernst Kahl. Nachdem die wohl bekannteste Kirchenstatue Spaniens, die
María Santísima de la Esperanza Macarena Coronada aus Sevilla bei einer Renovierung verunstaltet wurde, ist sie nun an das Andalusische Institut für Historisches Erbe überstellt worden, um restauriert zu werden,
berichtet Rainer Wandler in der
taz. In der
NZZ verkündet Marion Löhndorf erfreut, dass der 70 Meter lange
Teppich von Bayeux, der zum Unesco-Welterbe gehört und in Frankreich aufbewahrt wird, ab kommendem Jahr als Leihgabe im British Museum zu sehen sein wird. Im
Guardian schreibt Kim Willsher zum Thema.
Besprochen werden die Ausstellung "Fantasie und Vielfalt. Nordamerika in der Sammlung Kulturen der Welt" über "Indianerbilder" in Europa im
Lübecker Museum für Natur und Umwelt (
taz) und die Ausstellung "Mensch Berlin" im
Bank Austria Kunstforum Wien (
Standard)