Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Kunst, Ausstellungen, Architektur

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.09.2025 - Kunst

Ai Weiwei, Three Perfectly Proportioned Spheres and Camouflage Uniforms Painted White, commissioned by RIBBON International, 2025. Credit: Dmytro Prutkin and RIBBON International

Der chinesische Künstler Ai Weiwei sorgte mal wieder für Unmut, berichtet Olivia Kortas in der Zeit, und zwar mit einer großen Installation mit dem Titel "Three Perfectly Proportioned Spheres and Camouflage Uniforms Painted White". Diese ist nun in Kiew zu sehen, sie "besteht aus drei miteinander verbundenen Kugeln, getragen von einem Metallgerüst. Diese 'perfekt proportionierten Sphären', erklärt der Künstler, seien eine Weiterentwicklung seiner Werkreihe Divina Proportione, die von Leonardo da Vincis Zeichnungen inspiriert wurde und für Ordnung und Schönheit stehen soll. Zugleich hat er sie eher unordentlich und unschön mit Uniformen bedecken lassen, hier und da gibt es ein paar Lücken, und wer hindurchspäht, sieht die unbemalten Rückseiten der Hosen und Jacken." Die Uniformen hat Ai Weiwei, der Deutschland mehrfach wegen seiner Waffenlieferungen an die Ukraine kritisiert hatte, mit weißer Farbe bestrichen - was in der Ukraine für Kritik sorgt, weil weiße Uniformen viel leichter von Drohnen entdeckt werden. "Im ganzen Land reagieren Künstler und Kuratorinnen irritiert: Ist das schon wieder diese westliche Idee von Pazifismus, ein Aufruf, die Waffen niederzulegen?"

Weiteres: In der SZ resümiert Aurelie von Blazekovic ihren Besuch der Kunstbiennale von São Paulo. In der NZZ porträtiert Marion Löhndorf den britischen Travestie-Künstler Grayson Perry. Bei critic.de berichtet Ute Thon von der "Momentum"- Biennale am Oslofjord auf der Insel Jeløy. Besprochen wird die Ausstellung "Georges de La Tour. Entre ombre et lumiere" im Musée Jaquemart-André in Paris (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.09.2025 - Kunst

Helga Paris Treff-Modelle Series 1 © Nachlass / Estate Helga Paris

Bernhard Schulz schlendert für die FAZ interessiert durch eine umfangreiche Ausstellung in der Fotografiska Berlin, die dem Werk von Helga Paris gewidmet ist - einer Fotografin, die vor allem für ihre außergewöhnlichen Porträtaufnahmen bekannt wurde und deren Hauptwerk in der DDR entstand. Hängen bleibt der FAZ-Autor unter anderem an einer "Reihe von Serien ..., die Arbeiterinnen im Bekleidungswerk VEB Treff-Modelle, die Besucher Berliner Kneipen, die Punks (und Freunde ihres Sohnes Robert) und, ebenso anrührend wie erschütternd, die Bewohner eines Altenheims im Jahr 1980" zeigen. "Paris sprach von Lampenfieber, das sie stets ergriff, wenn sie jemanden nach Erlaubnis zum Fotografiertwerden fragte. Das eröffnet einen Zugang zu ihrer Arbeit. Sie blieb zurückhaltend, doch zugewandt, nie auf Bloßstellung gerichtet, selbst wo sie, wie in besagtem Altersheim, Zustände bloßstellt."

Außerdem: Heidi Bürklin teilt in der Welt mit, dass surrealistische Kunst in den Auktionshäusern derzeit hoch im Kurs steht. Tobias Timm blickt für monopol auf die Berlin Art Week zurück.

Besprochen werden die Ausstellung "Panorama Pozzuoli", die als Freiluft-Schau im italienischen Pozzouli nahe Neapel zu sehen ist (monopol), eine Julius-von-Bismarck-Schau im Kunst Haus Wien (Standard) und "Susanne Kriemann: Knochen, Pech, Natternkopf (Being a Photograph)" in der Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig (taz).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.09.2025 - Kunst

Ernst Ludwig Kircher, Alpsonntag. Szene am Brunnen 1923-1924/um 1929, Öl auf Leinwand. Foto: Kunstmuseum Bern

Normalerweise hängt Ernst Ludwig Kirchners Gemälde "Bergbauern" im Kanzleramt, erklärt Christian Saehrendt in der FAZ, nun ist es im Kunstmuseum Bern in der Ausstellung "Kirchner × Kirchner" zu sehen. Kirchner war in vieler Hinsicht ein bisschen eigen, lernt der Kritiker hier, so schrieb er zum Beispiel unter einem französischen Pseudonym Kritiken über sein eigenes Werk. Außerdem "datierte er Werke vor, um zu 'beweisen', dass er bestimmte Bildfindungen und Stilmittel eigenständig und frühzeitig um- und eingesetzt habe (...) Kirchner wollte sich unbedingt neu erfinden und sein Spätwerk aufwerten. Um den Stilwechsel in der Rückschau plausibler erscheinen zu lassen, restaurierte er im Laufe der Zwanziger ältere Bilder in einem flächigeren, 'moderneren' Stil - nicht zu deren Vorteil. So präsentierte er Huggler eine 1925 übermalte Berliner Straßenszene aus dem Jahr 1914, 'Straße mit roter Kokotte', deren ursprünglich hochnervöser expressionistischer Duktus so stark gedämpft erschien. Statt Berliner Bordsteinschwalben malte Kirchner nun grasende Geißen und runzelige Greise, allerdings ebenso monumental."

Weiteres: In der taz resümieren Beate Scheder, Sophie Jung und Ulrich Gutmair die Berlin Art Week. Besprochen wird die Ausstellung "Helga Pape. Energien, Werke 1964-2017" im Kunstverein Wolfsburg (taz),

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.09.2025 - Kunst

In der Ausstellung "Brigitte Meier-Denninghoff. Skulpturen und Zeichnungen 1946-1970" in der Berlinischen Galerie entdeckt Tagesspiegel-Kritikerin Elke Buchholz die Bildhauerin als eigenständige Künstlerin, der nicht nur als Teil des Künstlerduos Matschinsky-Denninghoff mit ihrem Ehemann Aufmerksamkeit gebührt: "Das Hochgebirge hatte es ihr angetan, das sie als begeisterte Bergsteigerin von München aus entdeckte. Landschaftsartige Plastiken aus Holz verwandeln die himmelstrebenden Berggipfel in abstrakte Formen, auch der Wald wird im Reliefbild reine Struktur. So bleibt es bei Meier-Denninghoff immer: Ihre gegenstandslose Formenwelt speist sich aus dem Erlebten, oft Organischen. Dadurch bleiben sie zugänglich und anschlussfähig für die Assoziationen der Betrachtenden."

Besprochen werden: Die Ausstellungen "Kirchner x Kirchner" im Kunstmuseum Bern (Monopol) und "Wohnkomplex. Kunst und Leben im Plattenbau" im Potsdamer Minsk (taz).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.09.2025 - Kunst

Mark Leckey, Shades of Destructors, 2005, Video, 18'30″. Courtesy of the artist, Gladstone Gallery, Brussels/New York and Galerie Buchholz, Berlin/Cologne/New York.

"Halluziniere ich, oder hat mir der Smiley-Sticker auf dem Subway-Plan gerade wirklich zugezwinkert?" fragt sich FAS-Kritiker Jonathan Guggenberger bei der Mark Leckey - Retrospektive in der Julia Stoschek Foundation in Berlin. Der britische Künstler, der in jungen Jahren leidenschaftlicher Raver war, spielt in seinen Arbeiten ein "präzises Verunsicherungsspiel mit Wahrnehmungszuständen", so Guggenberger: "Zum Beispiel GreenScreenRefrigeratorAction von 2015, einem sprechenden Kühlschrank, der monolithisch vor einem Green-Screen thront und über sein Dasein sinniert. Überhaupt denken die magisch belebten Dinge in dieser Ausstellung oft und laut über sich selbst nach. Geht man weiter ins Kellergeschoss, findet man in einem stockdunklen Lagerraum, zwischen Transportkisten sitzend, eine überlebensgroße Skulptur in Denkerpose, das Abbild des Künstlers, übersät mit offenen Wunden, wie ein Leprakranker oder ein Fixer."

Weiteres: In der FAZ erklärt Patrick Bahners Details zum von Mondrian-Erben angestrengten Verfahren gegen die Stadt Krefeld (unser Resümee). Im Tagesspiegel erzählt Michaela Nolte von ihrem Besuch der Messe Positions Berlin Art Fair, die im Flughafen Tempelhof stattfindet. Besprochen werden die Ausstellung "Von Renoir bis Warhol" im Osthaus Museum in Hagen (FAZ), die Ausstellung "Daniel Josefsohn. Unseen" in der Galerie Krone in Berlin (FAS), die Ausstellung "Pixelprojekt Ruhrgebiet. Neuaufnahmen 2024/2025" im Wissenschaftspark Gelsenkirchen (taz) und die Ausstellung "Issy Wood: Magic Bullet" im Schinkel Pavillon in Berlin (tsp).
Stichwörter: Leckey, Mark

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.09.2025 - Kunst

Ernst Ludwig Kirchner: "Alpsonntag. Szene am Brunnen". 1923-24. Copyright: Kunstmuseum Bern

Im Jahr 1933 widmete die Kunsthalle Bern Ernst Ludwig Kirchner seine erste große Retrospektive - und Kirchner überließ nichts dem Zufall: Die 240 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen wählte er selbst aus - die Kritiken schrieb er unter Pseudonym, erinnert Philipp Meier in der NZZ. Das Kunstmuseum Bern hat die Ausstellung nun unter dem Titel "Kirchner x Kirchner" rekonstruiert und Meier kann nur staunen: "Die von Kirchner selber gut dokumentierte Schau ist ein Lehrgang für jeden angehenden Kurator. Sie zeigt, wie man Bilder hängt, kombiniert, auch farblich aufeinander abstimmt, Bildachsen schafft, damit Kunst und Architektur zum Erfahrungsraum verschmelzen und zum großen Seherlebnis werden. 'Eine Ausstellung fertig und formal richtig hängen ist ja dasselbe als wie ein Bild gestalten', schrieb Kirchner damals an Max Huggler. Er verstand seine Ausstellung nicht bloß als Leistungsschau, sondern auch als kompositorischen Akt, wenn nicht gar als eigentliches Gesamtkunstwerk."

Aufnahme von Jutta Winkelmann. Bild: © Gisela Getty

Für den Tagesspiegel besucht Tobias Langley-Hunt das It-Girl der 68er, Gisela Getty, die ihre Zwillingsschwester Jutta Winkelmann, die 2017 nach einer langen Krebserkrankung starb, mit der Kamera begleitete. Die Aufnahmen sind nun im Rahmen der Berlin Art Week in der Ausstellung "Ashes to Rishikesh" im Studio Ryan Mendoza in der Streustraße 89 zu sehen - Winkelmann selbst wollte, dass Getty ihr Sterben dokumentiert, erzählt Getty: "Getty wisse, dass viele der Bilder erschreckend sind. 'Bilder von sterbenden Menschen rühren an der deutschen Psyche', sagt sie. Der Tod ist ein Tabu, der Assoziationen mit Krieg und ähnlichem Grauen hervorruft. Auch dafür soll die Ausstellung dienen. Der Tod soll enttabuisiert werden. 'Als ich jung war, war es die Sexualität, mit der sexuellen Revolution haben wir versucht das zu brechen. Ähnliches müsste heute mit dem Tod passieren.'"

Weitere Artikel: In der SZ ruft Christine Knödler der Kinderbuch-Illustratorin Jutta Bauer nach, die im Alter von 70 Jahren gestorben ist, in der FAZ schreibt Andreas Platthaus. An die Stärke und Resilienz iranischer Frauen wird Ferial Nadja Karrasch (Monopol) erinnert, wenn im Rahmen der Berlin Art Week im Haus der Visionäre die von der Galeristin Anahita Sadighi kuratierte Ausstellung "Soft Power" zu sehen ist. Besprochen wird außerdem die Ausstellung "Feuer und Flamme dem Patriarchat. Petra Galls Fotos der FrauenLesben-Szene" im Schwulen Museum (taz).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.09.2025 - Kunst

Ugo Rondinone: humanskytwo, 2022. Copyright: Ugo Rondinone Courtesy of Galerie Eva Presenhuber Zürich/Wien

Selten hat Jens Fischer (taz) so fasziniert in den bewölkten Himmel geschaut wie in der Ausstellung "Dem Himmel so nah - Wolken in der Kunst" in der Kunsthalle Emden, die sich den Interpretationen des bewölkten Himmels in der bildenden Kunst seit dem 19. Jahrhundert widmet: "Für anregende Irritation sorgt Nasan Tur. Er zeigt reizvolle Wolkengebilde, die allerdings stark gerastert sind, da es sich um vergrößerte Ausschnitte von Zeitungsbildern handelt, die in Gänze vor allem Kriegsszenen zeigen. Tur stellt aber nur den himmlischen oberen Teil der Fotos aus. Dazu notiert er, über welcher Gewaltszenerie die mit Asche, Rauch und Staub beladenen Wolken schweben, lenkt so den Blick von der Schönheit da oben auf die ursächlichen Bestialitäten darunter. Ähnlich arbeitet Almut Linde. Ihr fotografischer Blick gen Himmel zeigt ein malerisches Kondensstreifengeflecht - mit dem Wissen, dass es sich um abhebende Treibhausgas-Emittenten am letzten Tag der Weltklimakonferenz 2019 in Madrid handelt, ist die Wahrnehmung sofort eine inhaltliche."

Die Zeit erscheint heute mit einer Beilage zum Kulturherbst. Tobias Timm besucht den Maler Hans Ticha, dem die Kunsthalle Rostock eine große Retrospektive widmet und der als "wichtigster noch lebender Künstler der DDR-Kunstgeschichte" gilt, so Timm. Im Osten, aber auch im Westen wurde Ticha vor allem für Buch-Illustrationen berühmt, erst nach dem Fall der Mauer wurde bekannt, dass Ticha seit den 1960er Jahren auch ein großes malerisches Oeuvre geschaffen hatte: "Gemälde, die in mindestens so knalligen Farben wie seine Haustür leuchten, vom Stil her mal an die runden Formen von Fernand Léger erinnern, mal an die Bilder von Oskar Schlemmer und dann wieder an den russischen Konstruktivismus der 1920er-Jahre. Manche behaupten, Hans Ticha sei der größte deutsche Vertreter der Pop-Art. Er selbst kann mit der Zuschreibung nicht viel anfangen. Seinen Stil hat er selbst einmal Agitpop genannt. Hochgradig verdichtet und zu ironischen Typen stilisiert, tauchen auf seinen Gemälden all die Mitklatscher und Hochrufer auf, das Jubelpersonal der SED-Parteidiktatur."
 
Außerdem in der Zeit-Beilage: Peter Kümmel empfiehlt die Ausstellung "Mika Rottenberg. Queer Ecology" im Lehmbruck-Museum in Duisburg. Und Jens Balzer staunt, dass sich mit den Ausstellungen "Geister. Dem Übernatürlichen auf der Spur" im Kunstmuseum Basel, "Verborgene Moderne: Faszination des Okkulten um 1900" im Wiener Leopold Museum und "Geister" in der Kunsthalle Osnabrück gleich drei Ausstellungen dem Übersinnlichen widmen.

Weitere Artikel: Für den Tagesspiegel porträtiert Birgit Rieger das Berliner Künstlerduo Bianca Kennedy + Swan Collective, das während der Berlin Art Week in der Ausstellung "The Red Queen Effect" in der Schering Stiftung die Auswirkungen von KI auf Pflanzen, Tiere und Menschen untersucht. Anna Meinecke wandert für die taz durch die Wilhelm Hallen in Reinickendorf, wo Galerien, Sammlungen und Künstler beim Festival "Hallen 06" ihre Kunst präsentieren.

Besprochen werden die Ausstellung "Wohnkomplex. Kunst und Leben im Plattenbau" im Kunsthaus Minsk, Potsdam (FAZ, mehr hier), die Ausstellung "William Kentridge. Listen to the Echo", die zeitgleich im Museum Folkwang in Essen und in den Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden stattfindet (taz, mehr hier), die Ausstellung "In den Bergen" im Overbeck-Museum in Bremen (taz) und Amanda Kims Dokumentarfilm "Moon is the oldest TV" über Nam June Paik (FR, Tsp, critic.de).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.09.2025 - Kunst

Exhibition view "Asta Gröting. A Wolf, Primates and a Breathing Curve", Photo: Städel Museum - Norbert Miguletz

Eine Ausstellung, die einer Bildhauerin gewidmet ist - und ausschließlich Videoarbeiten zeigt? Nur auf den ersten Blick ist das ein sonderbares Konzept, lernt FAZler Stefan Trinks im Frankfurter Städel. Dort stellt Asta Gröting aus, eine Künstlerin, die sich darauf versteht, das skulpturale Potenzial von Bewegtbildern zu aktivieren. Zum Beispiel die Arbeit "Cherry Blossom - Dawn and Dusk": "Die sich im Wind bewegenden und sanft zu Boden fallenden Kirschblüten wie auch flirrende Insekten sind mit einer Spezialkamera gefilmt, die gerade einmal ein Bild pro Sekunde statt der üblichen 24 festhält. Der impressionistisch flüchtige Moment des Sonnenaufgangs im Morgengrauen, bei dem beim ersten Blick auf dem Fenster noch bläuliche Reste der Nacht zu erhaschen sind und sich beim zweiten bereits die Helle des anbrechenden Tags breitmacht, ist etwas, das in klassischer Bildhauerei nicht zu fixieren ist, eine Bildhauerin wie Gröting dennoch fasziniert."

Die Tate Modern in London widmet der indigenen australischen Künstlerin Emily Kame Kngwarreye (um 1910-1996) eine Einzelausstellung (siehe auch hier). Höchste Zeit, findet Barbara Barkhausen in der NZZ, denn diese Kunst boomt schon seit geraumer Zeit. Kngwarreye selbst, deren großflächige Acrylgemälde Natursymbolik in komplexe Farbschichtungen übersetzen, hat ihr Hauptwerk erst mit über 70 geschaffen. "Ihr später Einstieg in die Kunst ist kein Einzelfall. 'Viele Künstlerinnen und Künstler sind erst im späteren Leben zur Malerei gekommen, weil sie zuvor andere Aufgaben hatten - insbesondere Arbeit', erklärt Kuratorin Cara Pinchbeck. Kngwarreye selbst war über Jahrzehnte 'stockwoman' auf einer Rinderfarm, bevor sie in Workshops erstmals Zugang zur Malerei erhielt."

Weitere Artikel: Die Londoner National Gallery kommt in den Genuss eines 375 Millionen Pfund schweren Geldsegens, weiß Gina Thomas in der FAZ - die Gelder stammen von privaten Spendern. Birgit Rieger besucht für den Tagesspiegel das Künstlerduo kennedy+swan und unterhält sich mit den beiden unter anderem über KI und Gesundheitsdiagnostik. Darius Kühner staunt auf monopol über die Karlsruher Schlosslichtspiele - "Kunst mit Public-Viewing-Atmosphäre". Katharina Rustler blickt im Standard auf die diesjährige Ausgabe der Wiener Kunstmesse Parallel Vienna.

Besprochen werden in einer Doppelrezension Janice Mascarenhas' Schau "Ancestral Frequencies: Shrines of Resistance" in der Galerie Küsse Berlin und Okka-Esther Hungerbühlers Ausstellung "Creature" im Berliner Haverkamp Leistenschneider (taz), "Günter Fruhtrunk. Zentrale Bilder 1952-1983" in der neueröffneten Galerie Walter Storms (Tagesspiegel), "Wohnkomplex. Kunst und Leben im Plattenbau" im Kunsthaus Minsk, Potsdam (Tagesspiegel) und "Mark Leckey: Enter Thru Medieval Wounds" in der Julia Stoschek Foundation in Berlin (monopol).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.09.2025 - Kunst

Leiko Ikemura, "Das Meer in den Bergen", Ausstellungsansicht. Foto: Bündner Kunstmuseum Chur. 

Als geradezu existenzielle Erfahrung beschreibt Roman Bucheli in der NZZ den Besuch einer Werkschau der japanisch-schweizerischen Künstlerin Leiko Ikemura im Bündner Kunstmuseum in Chur: "Die Besucher treten zunächst in einen Skulpturengarten. Auf Kiesinseln aus grünem Granit hat Ikemura bronzene Fabelwesen versammelt. Teils liegen sie einzeln auf den Inseln, teils stehen sie in Gruppen wie ins Gespräch vertieft beieinander. Mitunter findet sich in den akkurat geformten Kiesbetten auch bloß ein Felsbrocken, als sei ein Meteorit zur Erde gestürzt. Zwischen den Inseln bewegt man sich wie in einem Archipel, halb geht man noch, halb meint man, im Raum zu schwimmen oder zu schweben." Mit "riesigen, raumhohen Videoprojektionen ihrer Gemälde schafft die Künstlerin zudem überwältigende Raumerlebnisse. Die gegenläufig ineinanderfließenden Bilder entfalten eine enorme Sogwirkung: Man taucht förmlich in die abstrakten Farbkompositionen ein und wird damit Teil des Kunstwerks."

Besprochen wird die Ausstellung "Ein Wolf, Primaten und eine Atemkurve" mit Videoarbeiten von Asta Grötings im Städel Museum Frankfurt (FR) und die Ausstellung "Strange! Surrealismen 1950-1990 aus den Sammlungen der Nationalgalerie" in der Sammlung Scharf-Gerstenberg in Berlin (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.09.2025 - Kunst

Andreas Kilb macht sich in der FAZ Gedanken darüber, was Ikonoklasmus und Künstliche Intelligenz miteinander zu tun haben. Für die gleiche Zeitung besucht Georg Imdahl die Künstlerin Dana Schutz in ihrem New Yorker Atelier. Der Fotograf Andreas Gursky erhält den Staatspreis 2025 des Landes Nordrhein-Westfalen, meldet ebenfalls die FAZ. Besprochen wird die Ausstellung "Ich, das Tier. Vom bösen Wolf bis Donald Duck - Tiere im Comic" in der Grimmwelt in Kassel (FAZ).
Stichwörter: Künstliche Intelligenz