Die Liebe, das Verlangen, die Lüste ? kaum etwas hat die Menschen, quer durch die Zeiten, mehr fasziniert als der Eros. Aber mit der angenehmen erotischen Erfahrung gehen seit jeher unangenehme Irritationen einher: Wie lassen sich die überbordenden Lüste mäßigen? Was ist das richtige Maß im Umgang mit den Lüsten? Denn die am erotischen Spiel Beteiligten laufen Gefahr, zu bloßen Sklaven der Lust zu werden. Oder sie werden um der Lust willen nur "benutzt", verletzt, entwürdigt. Wilhelm Schmid skizziert die antike Landschaft des Denkens der Lüste, in deren Umfeld die Philosophie überhaupt erst "geboren" worden ist. Er folgt dabei Überlegungen des französischen Philosophen Michel Foucault (1926-1984) und interpretiert das wichtigste Werk der antiken Philosophie des Eros, Platons "Symposion" neu.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.03.2001
Schamma Schahadat bespricht in ihrer Rezension zwei Bücher über Philosophie und Lebenskunst bzw. Erotik von Wilhelm Schmid: "Schönes Leben" und "Die Geburt der Philosophie aus dem Garten der Lüste" (beide Suhrkamp).
"Schönes Leben", schreibt die Rezensentin verärgert, ist ein einziges großes Missverständnis. Und wenn wir Schamma Schahadat da richtig verstehen, so liegt das daran, dass es einerseits bei einem recht anspruchsvollen Verlag erscheint, andererseits aber tatsächlich nicht mehr sein will als ein Ratgeberbuch in Sachen Lebenshilfe.
Wer sich wie Schahadat also für philosophische Zusammenhänge interessiert, sollte wohl besser zu dem hier ebenfalls erwähnten Band "Die Geburt der Philosophie aus dem Garten der Lüste" desselben Autors greifen. Darin werde mit zentralen Begriffen wie "Melancholie", "Schmerz" oder "Zorn" um einiges behutsamer umgegangen als in "Schönes Leben".
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