Mit 14 Abbildungen. Die Positionen der platonischen und aristotelischen Philosophie haben seit über 2000 Jahren in starkem Maße das Kunstschaffen und die Kunsttheorie in Europa geprägt und zu fortdauernden Auseinandersetzungen herausgefordert. Die in der griechischen Antike formulierten Grundprobleme und -begriffe der Kunsttheorie - das Schöne, Symmetrie und Harmonie, das Erhabene, Mimesis/Nachahmung der Natur versus Kreativität, die Fiktionalität und Subjektivität von Künstler und Kunstwerk, Enthusiasmus/Genie versus Regelkunst, Katharsis, das Tragische und vieles andere mehr - haben die Theoriediskussionen auch der Neuzeit wesentlich mitbestimmt; viele von ihnen stehen noch heute im Mittelpunkt des Interesses. Daher werden in dem vorliegenden Buch die antiken Positionen, ohne die wir das Zustandekommen und den präzisen Inhalt unseres eigenen Denkens über die Kunst nicht verstehen können, anhand der drei wichtigsten Vertreter der antiken Ästhetik dargestellt: Platon, Aristoteles, Plotin. Daneben werden antike Konzepte, wie sie etwa bei Philodem, Cicero, Vitruv, Horaz, Quintilian und Longin greifbar sind, vorgestellt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.06.2006
Dass sich über antike Ästhetik noch so viel lernen ließe, hätte Gregor Vogt-Spira gar nicht für möglich gehalten. Stefan Büttners Arbeit überrascht den Rezensenten gleich in mehrfacher Weise: Durch die Kontextualisierung von antiker Literatur, Kunst und Musik in ihren eigenen Bedingungen und durch die Weite ihres Blicks (über Platon und Aristoteles hinaus). Wie einfach und locker es dem Autor gelingt, gefestigte Überzeugungen aufzubrechen und zu widerlegen, kann Vogt-Spira nur bewundern, zumal dabei für aktuelle Debatten relevante Ergebnisse herauskommen, wie er feststellt. Dass solche Aktualisierungen nicht vordergründig bleiben, sondern durch die historische Dimension und die Vielseitigkeit der Studie grundlegende Bedeutung erhalten, lässt den Rezensenten das Buch schließlich "mit Nachdruck" empfehlen.
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