Vaclav Smil
Wie die Ernährung der Welt wirklich funktioniert
Ein Fakten-Guide

C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN 9783406830334
Gebunden, 293 Seiten, 28,00 EUR
ISBN 9783406830334
Gebunden, 293 Seiten, 28,00 EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Karl-Heinz Siber. Essen ist eine der wichtigsten Tätigkeiten des Menschen. Mehrmals am Tag nehmen wir Nahrung zu uns. Wie beeinflusst und das, was wir essen, wie wird es produziert und warum landen gerade die wenigen Tiere und Pflanzen auf unseren Tellern, die für den Großteil der weltweiten Kalorienaufnahme herangezogen werden? Warum endet etwa ein Drittel der weltweiten Nahrungsproduktion im Müll? Noch nie mussten wir so viele Menschen ernähren wie heute. Und doch verstehen immer weniger von uns, woher unsere Lebensmittel wirklich kommen, wie unsere Ernährungsgewohnheiten uns prägen und warum dies unseren Planeten auf drastische Weise beeinflusst. Infolgedessen nehmen wir das, was unser Leben erst möglich macht, oftmals als selbstverständlich hin, nämlich Lebensmittel. Und ihre wirtschaftliche Bedeutung wird auf groteske Weise unterschätzt, so dass Smartphones in Statistiken als ökonomisch viel bedeutsamer erscheinen als Lebensmittel. In seinem neuen Buch verfolgt Vaclav Smil die Entwicklung unserer Nahrungsbeschaffung seit den Anfängen unserer Spezies und untersucht die Fragen, mit denen die Welt heute konfrontiert ist: Warum verschwenden wir so viele Lebensmittel? Wie können wir die Weltbevölkerung ernähren, ohne den Planeten zu zerstören? Was wirkt und was ist bloß weltfremdes Wunschdenken?
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.2025
Rezensent Thomas Weber begrüßt diesen Band als in den meisten Punkten stichhaltigen Überblick über die Welternährungslage und vor allem über die Frage, wie eine immer noch wachsende Menschheit künftig ernährt werden kann. Er würdigt zustimmend, dass fast die Hälfte des Buches für die Erläuterungen von Grundlagen beansprucht wird und teilt alles in allem die "pragmatische Zwischenposition", die der Autor Vaclav Smil einnimmt: Er sei weder alarmistisch, noch ein Techno-Optimist. Die Visionen von "vertikaler Landwirtschaft", Laborfleischproduktion und Gen-Editierung werden laut Rezensent von Smil eher skeptisch betrachtet - teilweise erforderten diese Methoden einen viel zu hohen Aufwand. Aber auch an die Versprechen der Biolandwirtschaft kann Smil laut Weber nicht glauben: Er bezweifele einfach, dass die Bio-Methoden, die viel Einsatz von Tierdung benötigen, ausreichen, um die Weltbevölkerung zu teilen. Insgesamt teilt Weber Smils Schluss, dass es zu schrittweisen Fortschritten kommen müsse und dass die Menschheit weniger Fleisch und mehr Hülsenfrüchte essen und weniger Essen verschwenden soll - eine Tendenz die übrigens bereits eingesetzt habe. Was Weber bei Smil vermisst ist ein historischer Blick: Die heutige Konzentration der Welternährung auf Fleisch, Weizen und Zucker sei nämlich eine Folge des Kolonialzeitalters. Ausgerechnet die Briten hätten da der Welt ihre Ernährungsvorlieben aufgedrückt.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.05.2025
Rezensentin Ulla Fölsing lässt sich von dem kanadischen Umweltwissenschaftler Vaclav Smil erklären, wie es um Landwirtschaft, Viehzucht und Ernährung heute bestellt steht: Immer mehr Menschen müssen ernährt werden, die wachsende Weltbevölkerung wurde einst erst durch die "Kultivierung von Nährpflanzen" sowie dem Schlachten von Nutztieren ermöglicht. Jetzt ist für Smil insbesondere der Ertrag pflanzlicher Grundnahrungsmittel wie Reis und Mais bedeutend, um die Weltbevölkerung weiterhin versorgen zu können, lernt Fölsing, die sich von ihm ebenfalls erklären lässt, dass Rind zwar gerne gegessen wird, aber keine besonders gute Umweltbilanz hat. Am wichtigsten ist ihm aber, wie wir erfahren, dass weniger Nahrungsmittel verschwendet werden und dass die Einwohner des globalen Nordens aufhören müssen, weit über ihren Energiebedarf hinaus zu essen.
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