Das mächtigste Drogenkartell des 21. Jahrhunderts verkauft Pizzen, Schokoriegel und bunte Brause. Das Versprechen: Schneller Genuss für kleines Geld. Die Wahrheit: "Nahrung", die nicht nährt, sondern süchtig und fett macht, während sie den Investoren fette Profite beschert. Während die Lebensmittelindustrie immer reicher wird, drohen die Kosten von Fettleibigkeit mittlerweile weltweit die Gesundheitskassen zu sprengen. Fettsucht steht als Todesursache noch vor Rauchen oder Bluthochdruck. Eine schonungslose Analyse einer menschengemachten Epidemie, die von wenigen Konzernen beherrscht und von vielen Profiteuren in Gang gehalten wird. Deren Motto: "Teach the world to snack".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.09.2022
Rezensentin Felicitas Witte stellt sich auf die Hinterbeine. Was ihr der Agrarwissenschaftler Wilfried Bommerts und die Biologie Christina Sartoris über die Nahrungsmittelindustrie auftischen, mundet der Rezensentin nicht. Es erscheint ihr zwar nicht falsch, aber die Wut und die polemische Sprache verleiden ihr die Lektüre. So sagt sie wenig darüber, was Bommerts und Sartoris nun gegen Nestlé, Danone, Kraft, Heinz und Mondelez vorzubringen haben, sondern stört sich an der Art: Nachlässige Literaturangaben, Sekundärquellen oder nur halb zitierte Studien. Dass die Konzerne mit den Zusatzstoffen in ihren Produkten das Risiko von Fettleibigkeit erhöhen, bezweifel Witte allerdings nicht.
Rezensentin Annette Jensen wünscht dem von Wilfried Bommert und Christina Sartori verfassten Buch viele Leser. Wichtig findet sie den Überblick, den die Autoren ernährungskritischen Menschen und solchen, die es werden wollen, verschaffen, indem sie die perfiden Strategien der Ernährungsindustrie offenlegen, die u. a. zu Adipositas führen. Kenntnis- und quellenreich erzählen sie von gekauften Wissenschaftlern, Lobbyarbeit und rückgratlosen Politikern, so Jensen. Vielfältige Lösungsvorschläge beschließen den lesenswerten Band, meint sie.
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