Vorrangiges Ziel der Agrarpolitik muss eine standortgerechte Landwirtschaft sein, welche gleichzeitig die besten Voraussetzungen für eine hohe Qualität der erzeugten Produkte schafft. Im vorliegenden Buch weist der Autor Klaus Kemper nach, dass eine solche am Standort und damit an der Nähe zum Markt orientierte Landwirtschaft nicht nur den größtmöglichen Nutzen für den Landwirt und die volkswirtschaftliche Wertschöpfung erbringt, sondern darüber hinaus den ökologischen Anforderungen am besten gerecht werden kann. So zeigt er ferner auf, wie sich auf diese Weise landwirtschaftliche Krisen wie die Rinderkrankheit BSE vermeiden lassen. Besonders kritisiert werden die Exportsubventionen, welche bekanntlich auch im Visier der aktuellen WTO-Verhandlungen stehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2006
Zustimmend äußert sich Klaus Peter Krause über Klaus Kempers Plädoyer für eine Wende in der Agrarpolitik und der Agrarökonomie. Er teilt die Kritik des Autors an der hierzulande herrschenden Agrarökonomie, die eine vernünftige Agrarpolitik verhindere und die Bauern in immer größere Subventionsabhängigkeit gebracht habe. Daher fordert Kemper eine Neuorientierung in der Agrarökonomie, wonach Agrarsubventionen in Abhängigkeit vom erzielten Umsatz statt von der Flächeneinheit gewährt werden. Ausführlich referiert Krause die Argumentation des Autors nach, die auf andere Subventionspolitik hinausläuft. Diese setzt auf einen Leistungsanreiz, der endlich genau das bewirke, was bisher die Agrarpolitik nicht erreicht habe, nämlich den Rückzug der Landwirtschaft aus der Massen- und Überschussproduktion.
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