Mehr denn je zählt der Maler Vincent van Gogh (1853 - 1890) zu den wichtigsten Begründern der Moderne. Dieser Band schildert den dramatischen Lebensweg und den exzentrischen Werdegang des frühvollendeten Künstlers, erläutert die gesellschaftlichen Bedingungen und künstlerischen Voraussetzungen seiner heute noch packenden Bilderfindungen, untersucht die bestürzenden Neuerungen seiner Bildsprache - und erschließt damit die Grundlagen der modernen Malerei.
"Sachlich, präzise" sowie "ohne biografischen Kropf und Sensationshascherei" sei diese Van-Gogh Biografie des Direktors der Hamburger Kunsthalle, lobt Elke von Radziewsky: "eine Darstellung des Künstlers in der Moderne". Für Schneede ist der Holländer ein Mensch, erfahren wir, der schon als Kunsthandelsangestellter mit Reproduktionen alter Meister "wie mit Vertrauten" lebte, der "viel las" und "sich angewöhnte, die Realität an den Büchern und Bildern zu messen, die er kannte." Der Selbstmordversuch einer Freundin etwa "schien ihm aus Flauberts Roman Madame Bovary vertraut", schreibt Schneede. Bei all dem, referiert die Rezensentin Schneede weiter, habe van Gogh "die Geborgenheit der Gesellschaft" gesucht und "wurde weggescheucht." Künstlerisch habe van Gogh daraus die Konsequenz gezogen, "dass er nur auf eigene Empfindungen vertrauen konnte". Das Ergebnis "war eine raue, spontan und ungeschützt auf die Naturempfindung reagierende Malweise: der Grundstein zur Moderne."
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