Aus dem Französischen von Claudia Hamm. Der Mensch ist die Summe seiner einzelnen Teile. Edouard Levé nimmt diese Aussage wörtlich, nimmt sein eigenes Leben bis in die kleinsten Teile auseinander und breitet es vor dem Leser aus. Er erspart kein Detail und berührt, wühlt auf, provoziert, irritiert, lässt schmunzeln, nachdenken, zustimmen, sich wieder erkennen - und wirft dabei Fragen auf, die, an der Oberfläche leicht und angenehm, auf den zweiten Blick beuruhigend tief in das Herz der menschlichen Existenz vordringen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.01.2014
Vorzüglich übertragen durch Claudia Hamm findet Joseph Hanimann den scharfen und zugleich anekdotisch leichten Ton Édouard Levés in diesem Buch. Ein weiterer Vorzug des Textes liegt für Hanimann in der Möglichkeit der Kreuz- und Querlektüre. Dass sich dem Erzähler-Ich auch auf die Art nicht näherkommen lässt, räumt der Rezensent allerdings ein. Überhaupt bleibt dieses Ich für Hanimann seltsam profillos, ein bisschen wie Levés tonloses Parlando aus kurzen Sätzen zu Ansichten, Erinnerungen, Fantasien, Ticks etc. des Sprechers. Bald im undurchdringlichen Spiralnebel dieser Existenz, erkennt der Rezensent, dass es womöglich um ihn selber geht bei alldem und um seine eigene verstreute Existenz. Faszination durch Frustration, nennt Hanimann das respektvoll.
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