Aus dem Französischen von Jörg Trobitius. Mit Nachwort von Kristina Maidt-Zinke. Die verführerische Manon Lescaut soll von ihren Eltern ins Kloster geschickt werden, da kreuzt der junge Chevalier des Grieux ihren Weg. Er verfällt ihr sofort und lässt alle Pläne fahren. Mit seiner blinden Leidenschaft für die abgöttisch Geliebte brüskiert er Kirche und Konventionen. Die wilde Ehe gewinnt eine flirrende Dynamik, aufmerksam beäugt von der geschmähten Gesellschaft. Denn die beiden - privilegiert, aber geächtet - kennen nur Freund oder Feind. Und diejenigen, die sich kaufen lassen von ihrem ergaunerten Geld. Doch beim dramatischen Finale in der Neuen Welt können auch das Gold, Manons Liebreiz und des Grieux' blaues Blut die Heldin nicht retten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2013
Angesichts der Fülle von Opern, Theaterstücken und Filmen, die Abbé Prévosts kleiner Roman "Manon Lescaut" seit seinem erscheinen 1731 inspiriert hat, hatte sich Michael Stallknecht schon lange gewundert, warum er nur in einer reichlich betagten Übersetzung zu kriegen war. Dem wurde Abhilfe geleistet, verrät der Rezensent, die Neufassung hat Jörg Trobitius für den Manesse-Verlag angefertigt - und wo die ehemalige Übersetzung versuchte, sich einen modernen Anstrich zu geben, gräbt Trobitius beinahe vergessene Wörter wie die "Niedertracht", die "Sanftmut" und den "Wüstling" aus, um den Ton des Abbé besser einzufangen, erklärt Stallknecht. Trotz der alten Klänge klingt die Geschichte des jungen Theologiestudenten, der zwischen seiner Berufung zu einem tugendhaften Leben und seiner leidenschaftlichen Liebe zur schönen Manon Lescaut hin- und hergerissen ist, irgendwie frischer, findet der Rezensent.
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