Robert M. Sapolsky

Gewalt und Mitgefühl

Die Biologie des menschlichen Verhaltens
Cover: Gewalt und Mitgefühl
Carl Hanser Verlag, München 2017
ISBN 9783446256729
Gebunden, 1024 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von von Hainer Kober und Antoinette Gittinger. Warum sind Menschen mal aggressiv, mal einfühlsam? Der Neurobiologe Robert Sapolsky schlüsselt Schritt für Schritt sämtliche Faktoren auf, die zu Gewalt oder Mitgefühl führen: Welche Reize wirken unmittelbar vor der Tat auf das Gehirn? Wie stimulieren Hormone Tage zuvor das Nervensystem? Und was hat die Evolution damit zu tun, dass wir morden? Sapolskys Analyse lässt uns jede Tat als komplexes Zusammenspiel biologischer und psychologischer Einflüsse begreifen. "Gewalt und Mitgefühl" ist eine Synthese der Wissenschaft vom menschlichen Verhalten. Und ein Buch, das vollkommen neue Wege aufzeigt, die Kontrolle über unser Handeln zurückzugewinnen - und damit die Gewalt einzudämmen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.11.2017

Rezensent Urs Willmann lernt in diesem Buch des Neurowissenschaftlers Robert Sapolsky, wie es zu Stammesdenken und Gewalt, Freundschaft und Frieden kommt. Auf mehr als tausend Seiten und mit erstaunlichen Kenntnissen auf verschiedensten Wissensgebieten kann ihm der auch als Primatologe tätige Autor vermitteln, wie bei jeder Begegnung zwischen einem "Wir" und einem "Sie" unterschiedliche Stufen von Mitgefühl oder Aggression im Gehirn ausgelöst werden. Der Kritiker lernt hier nicht nur viel über die Einflüsse von vorgeburtlicher Prägung, Genetik und Umwelt, sondern Sapolsky vermeidet auch "eindeutige" Antworten, lobt Willmann. Dass der Autor das komplexe Thema mit persönlichen Anekdoten, kulturgeschichtlichen Querverweisen, statistischen Überraschungen und einführenden Erklärungen aufbereitet hat, macht die Lektüre für den Rezensenten zum einem lehrreichen Vergnügen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2017

Viel Lob hat Rezensentin Julia Fischer für das Buch des Biologen und Neurologen Robert Sapolsky. Die Grundlagen menschlichen Verhaltens kann ihr der Autor mit (von den Übersetzern gut getroffenem) Witz und Leichtfüßigkeit, vor allem aber mit beeindruckender Kenntnis als Mischung aus persönlicher Erfahrung, neuesten Erkenntnissen und historischen wie politischen Fragestellungen vermitteln. Dabei lässt Sapolsky laut Fischer keinen Zweifel daran, dass sein Thema komplex ist. Wie der Autor falsche Vorstellungen von der Genetik und Klischees der Verhaltenswissenschaften (Spiegelneuronen!) korrigiert, findet Fischer außerdem bemerkenswert. Das Buch scheint ihr teils Referenzwerk, teils mitreißendes Debattenfutter zu sein.
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