Aus dem Amerikanischen von Sebastian Vogel. Wir wissen inzwischen viel darüber, wie sich das Gehirn von Kindern und Jugendlichen entwickelt, und darüber, wie es sich im hohen Alter verhält, doch ausgerechnet unsere Kenntnisse über das Gehirn in den "besten Jahren", also bei 40- bis 65-Jährigen, waren bislang dürftig. Die Wissenschaftsautorin Barbara Strauch schließt diese Lücke. Ihre Gespräche mit Hirnforschern und Psychologen machen deutlich, dass wir das Leistungsvermögen des "erwachsenen" Gehirns komplett unterschätzen. Anschaulich erklärt Strauch, dass es keineswegs einfach abbaut und krisenanfällig wird, sondern sich in vieler Hinsicht als ausgesprochen reif, leistungsfähig und ausgeglichen entpuppt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2011
Manuela Lenzen kommt mit der Lektüre prima zurecht. Möglicherweise ist ihr Gehirn aber auch noch nicht in die von Barbara Strauch in ihrem Buch umkreiste Phase des mittleren Lebensalters (40-70) eingetreten. Was der reife Mensch an kognitiven Leistungen zu erbringen imstande ist, versetzt Lenzen jedenfalls in Erstaunen. Von wegen Degeneration und midlife-crisis. Für die betreffende Altersgruppe haben die Autorin und ihre Rezensentin gute Nachrichten: Als fortysomething sei man nicht nur leistungsfähiger, sondern auch ausgeglichener und einfach glücklicher, und was wir dank zunehmender Vergesslichkeit ausblenden, lässt uns konzentrierter das Wesentliche beachten. Apropos: Die Rechercheleistung der Autorin findet Lenzen zwar lobenswert. Insgesamt bleibt ihr das Buch jedoch zu sehr an der Oberfläche und gibt "alten Hüten" wie den Spiegelneuronen zuviel Raum, anstatt sich intensiver mit aktuellen Forschungsarbeiten zu befassen.
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