Richard Weihe untersucht die kulturgeschichtlichen Metamorphosen der Maske und schlägt einen weiten Bogen vom antiken Maskentheater bis zur Commedia dell'arte, von Cicero bis zu Machiavelli, Lavater, Plessner und gegenwärtigen Tendenzen. Während die Maske als Gesicht und Person (griech. "prosopon" in der Doppelbedeutung von Gesicht und Maske) in der Antike für die paradoxe Einheit des Verschiedenen stand, scheint die Gesellschaft heute diesem Konzept entgegenzuarbeiten. Im Zeichen von Körperdesign und Gentechnologie wird die Maske in die organische Struktur des Gesichts selbst inkorporiert. Damit wird die Differenz von Natur und Kultur tendenziell obsolet, und die Maske operiert nicht mehr als Zeichen dieser Differenz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.08.2004
Von der griechischen Tragödie bis zu Jean Baudrillard spannt sich der Bogen, den Richard Weihe in den drei Teilen von "Die Paradoxie der Maske" spannt, geht man nach der Rezension von Christiane Kruse. Drei wesentliche Beziehungen zwischen Maske und Gesicht werden dabei untersucht: die Unterscheidung und die Gleichsetzung von Maske und Gesicht ("maschera" beziehungsweise "prosopon") und die Gleichsetzung von Maske und Person ("persona"). Dabei wird (natürlich) auch immer die Frage nach Lüge und Wahrheit, Schein und Sein verhandelt. Kruse äußert sich nicht dazu, inwiefern Weihe bei seinem Vorhaben, eine Kulturgeschichte des Maskentragens zu schreiben, erfolgreich war. Man kann jedoch, wenn man schon das Fehlen eines kritischen Einwands nicht als Zustimmung gelten lassen will, die Vielgestaltigkeit der Themen, um die es geht, als Indikator des Gelingens auffassen: Stationen der Bildungsreise sind Afrika und Attika, Genesis und Tertullian, die Patristik und Ödipus, Dionysos und Machiavelli, Mysterienspiel und Commedia dell?arte, Diderot und Cyberspace.
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