Hans H. Hiebel, Heinz Hiebler, Karl Kogler, Herwig Walitsch

Große Medienchronik

Wilhelm Fink Verlag, München 1999
ISBN 9783770533329
Broschiert, 1095 Seiten, 50,11 EUR

Klappentext

Medien sind keine Erfindung unserer Zeit, sie sind so alt wie die menschlichen Bedürfnisse, sich mitzuteilen oder Spuren zu hinterlassen und bilden die materielle Basis für die Konstitution kultureller Denkformen und Sichtweisen. In diesem Sinne steht die Geschichte der Medientechnik am Beginn jeder ernsthaften medienwissenschaftlichen Auseinandersetzung. Die "Große Medienchronik" überblickt ein weites historisches Feld: von den ersten Zeugnissen medialer Verständigung im Zeitalter schriftloser Kulturen bis hin zur heutigen Multimedia-Landschaft bietet sie eine umfassende Darstellung medientechnischer Entwicklungen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999

In einer Doppelrezension bespricht Dotzler neben diesem Buch auch Stephan Füssels Band "Gutenberg und seine Wirkung" (Insel-Verlag). Da Dotzler neben der eigentlichen Buchbesprechung auch auf das Leben und Werk des Medienwissenschaftlers McLuhan eingeht, wird als drittes Buch auch Philip Marchands "Marshall McLuhan - Botschafter der Medien (Deutsche Verlags-Anstalt) erwähnt.
1) "Große Medienchronik":
Dieses "Buch" ist laut Dotzler als ein medienwissenschaftliches Nachschlagewerk zu betrachten. Zwar zeigt er sich nicht begeistert von der unbebilderten Tabellenform und der Beschränkung auf eine Anhäufung von Daten, räumt aber durchaus die Nützlichkeit dieser Chronik ein. Immerhin sei es die "gewichtigste Neuerscheinung zu den von McLuhan abgesteckten Claims", in der die Medienentwicklung von den "allerersten Schriftzeichen bis zum jüngsten Miniaturisierungserfolg des Ein-Elektron-Transistors" dargestellt werde. Allerdings diagnostiziert Dotzler bei diesem Band das Fehlen eigener Analysen, einige historische Nachlässigkeiten und zahlreiche Fehler in den Registern bezüglich der Seitenzahlen.
2) "Gutenberg und seine Wirkung":
Der Titel "Gutenberg und seine Wirkung" klingt vielversprechend, findet Dotzler und ist dann doch enttäuscht. Füssel beschränke sich vorwiegend auf das Leben Gutenbergs sowie auf das gedruckte Buch, die Buchdruckerkunst und die Folgen für die Allgemeinbildung, den Humanismus, die Reformation etc.. Die neuen Medien würden leider kaum erwähnt. Füssels Fleiss und die äusserliche Gestaltung und Bebilderung des Buches weiß Dotzler allerdings durchaus zu schätzen.
3) "Marshall McLuhan":
Auf die jüngst auf deutsch erschienene Ausgabe von Philip Marchands McLuhan-Biografie geht Dotzler nicht detailliert ein, erwähnt sie allerdings als "bewährt" und hält sie augenscheinlich für empfehlenswert, um die Bedeutung der beiden anderen besprochenen Bücher besser erfassen zu können. In seiner Rezension beschäftigt sich Dotzler vergleichsweise intensiv mit dem Leben und den Thesen McLuhans, so dass Marchands Biografie als eine indirekte Empfehlung gelten kann.
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