Philipp Blom

Hoffnung

Über ein kluges Verhältnis zur Welt
Cover: Hoffnung
Carl Hanser Verlag, München 2024
ISBN 9783446281356
Gebunden, 184 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Kann man in diesen Zeiten noch hoffen? Philipp Blom zeigt, wie Hoffnung möglich bleibt. Es ist noch nicht lange her, da stand die Zukunft für eine bessere Welt. Inzwischen haben wir uns angewöhnt, mit dem Schlimmsten zu rechnen, und mussten oft genug erleben, dass es noch schlimmer kam. Gibt es wirklich keinen vernünftigen Grund mehr, zu hoffen? Philipp Blom findet die Ursprünge der Hoffnung in einem religiösen Weltverständnis, mit dem die Gegenwart nicht mehr viel anfangen kann: Das Dasein war sinnvoll, weil es in ein ewiges Leben münden würde. Heute könnte uns das Bedürfnis nach Hoffnung dazu treiben, ein sinnvolles Leben zu führen, indem wir Ziele für eine bessere Welt verfolgen: Gerechtigkeit etwa oder Nachhaltigkeit. Das wäre das Gegenteil von naivem Optimismus, das wäre eine vernünftige Haltung zur Welt. Sie ist nötiger denn je.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2025

Rezensent Detlev Schöttker beleuchtet zwei Werke von Jonas Grethlein und Philipp Blom zum Thema der Hoffnung. Während Bloms Essay den Kritiker wenig überzeugt, glänzt Grethleins Werk durch Tiefgang, lobt der Kritiker. Blom verzichte auf historische Tiefe und setzt stattdessen auf Alltagsbeobachtungen und Reiseanekdoten. Schöttker bemängelt fehlende Argumentation und stilistische Schwächen, die oft in banale Fragen münden. Grethlein hingegen zeige eine souveräne Analyse der Hoffnungsauffassung von der Antike bis zur Moderne. Er vollziehe die Wandlungen, die der Begriff im Laufe der Jahrhunderte durchlief: von ambivalenter Zuversicht in der Antike bis zur christlichen Hoffnung auf Ewigkeit. Beeindruckend ist sein Einblick in philosophische und theologische Entwicklungen, von Kant bis Adorno, findet Schöttker, und während Blom plakativ bleibt, liefert Grethlein eine fundierte Betrachtung, die Hoffnung als reflektiertes Weltverhältnis sichtbar macht - Schöttkers klarer Favorit in diesen hoffnungsarmen Zeiten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.10.2024

Allzu glücklich wird Rezensent Johan Schloemann nicht mit Philipp Bloms Buch über die Hoffnung. Der Autor wählt, erfahren wir, die Briefform für diesen wenig systematischen, sich an Assoziationen entlang hangelnden Text, der immerhin gelegentlich einige eindrückliche Formulierungen enthält. Über die Beziehung von Hoffnung und Religion etwa hat Blom wenig Erhellendes zu sagen, ärgert sich Schloemann, der nicht so recht versteht, was genau der Autor ihm mitteilen möchte. Letztlich will Blom, meint der Rezensent, uns die Hoffnung nicht ganz nehmen, aber die Ratschläge, die er uns gibt, sind alles andere als konkret, haben etwas mit großen Erzählungen zu tun, die es wieder braucht, aber auch mit pragmatischem Einfügen in die Zwänge der Gegenwart. Nun ja, räsoniert Schloemann, das hilft nun auch nur bedingt weiter.

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