Philip Pettit

Gerechte Freiheit

Ein moralischer Kompass für eine komplexe Welt
Cover: Gerechte Freiheit
Suhrkamp Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783518586228
Gebunden, 350 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Karin Wördemann. Was heißt Freiheit heute - jenseits einer auf persönliche Interessendurchsetzung zielenden neoliberalen Marktfreiheit? Können wir noch ein Freiheitsverständnis entwickeln, das uns moralische Orientierung in einer immer komplexeren Welt bietet? Philip Pettit entwickelt einen Freiheitsbegriff, der die Idee eines nichtbeherrschten Lebens in sein Zentrum stellt. Freiheit heißt ihm zufolge sein eigener Herr sein, allen auf Augenhöhe begegnen können und den Einfluss anderer Menschen nicht fürchten müssen. Das hat weitreichende soziale, ökonomische und politische Konsequenzen. Pettit verfolgt diese republikanische Idee der Freiheit von ihrer Entstehung in der Römischen Republik über den Republikanismus der Florentiner Renaissance bis hin zur englischen Revolution der 1640er Jahre und zur amerikanischen Revolution des 18. Jahrhunderts, um sie dann zur Lösung aktueller Probleme fruchtbar zu machen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2015

Das Ideal von Freiheit als Nichtbeherrschung vermag Philip Pettit dem Rezensenten zwar mit der Autorität und dem Selbstlob des Großphilosophen, doch leider nicht mit überzeugenden Argumenten vorzutragen. Was Michael Pawlik hier lesen darf, scheint ihm nicht mehr als ein politisches Geschmacksurteil über das Ideal der Freiheit unter den Bedingungen faktischer Herrschaftsverhältnisse und weit davon entfernt, radikal zu sein. Pettits Plädoyer für eine maßvolle Umverteilungspolitik etwa haut Pawlik nicht vom Hocker. Und in das Loblied, das der Autor auf NGOs singt, möchte der Rezensent lieber nicht einstimmten. Wenn das alles ist, was der Princeton-Mann Pettit zum Thema zu sagen hat, schimpft Pawlik, soll die Leserin besser woanders nach Begriffsschärfe und argumentativ abgesicherten philosophischen Positionen zum Thema suchen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.10.2015

Michael Schefczyk lobt den irischen Philosophen Philip Pettit für seine Definition des Republikanismus abseits von Rousseau und im Anschluss an Quentin Skinner. Eine Traditionslinie, die den Rezensenten von Cicero über Machiavelli bis zu James Harrington führt und die das Verständnis von Freiheit als einer vor Eingriffen von oben geschützten Wahlmöglichkeit auszeichnet, wie Schefczyk erläutert. Pettits Verständnis von Gleichheit als Ausdruck von Freiheit stellt für den Rezensenten eine überraschende theoretische Wendung dar, auf die der Autor "praktisch-institutionell" jedoch keine neuen Überlegungen folgen lässt, wie Schefczyk etwas enttäuscht anmerkt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.08.2015

Eva Weber-Guskar bespricht gleich zwei Bücher über Freiheit, beide von geachteten Philosophen fortgeschrittenen Alters geschrieben, beide einig darin, dass Freiheit die Grundlage auch der Gerechtigkeit bildet - ansonsten aber grundverschieden, verrät die Rezensentin. Philip Pettit, der an der Universität Princeton unterrichtet, geht dabei mit der gegenwärtigen Gesellschaft etwas härter ins Gericht als Otfried Höffe, verrät Weber-Guskar, wobei sich seine Kritik vornehmlich an die USA richtet. Sehr systematisch setzt Pettit die Unterschiede zwischen Herrschaft, Kontrolle, Einfluss und Lenkung auseinander und wendet sich gegen die libertäre Vorstellung von Freiheit als Freiheit von Einmischung, fasst die Rezensentin zusammen. Nur frei von Beherrschung solle man ihm zufolge sein, was allerdings auch schon deren strukturelle Möglichkeit beinhalte, erfährt Weber-Guskar. Dazu bedarf es laut Pettit in den modernen Demokratien entschieden mehr Kontrollmöglichkeiten des Volkes gegenüber seinen Vertretern, auch und gerade um Minderheiten zu schützen, erklärt die Rezensentin.

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