1796, Frankfurt am Main: Friedrich Hölderlin wird für einige Jahre Hauslehrer bei dem Bankier Jacob Gontard und erlebt die glücklichste Zeit seines Lebens. Das liegt nicht nur an Susette, der Frau Gontards, sondern auch an der freundlichen Familie und dem anregenden Umfeld. Geld und Poesie, Kalkül und Leidenschaft, Leben und Dichten stehen hier nicht in Konkurrenz, sondern berühren sich. Für einen langen Moment scheinen sie sich anfreunden zu können.Welches Verhältnis hatten Hölderlin und Gontard, der Dichter und der Banker? Niemals wurde bisher davon erzählt. War Hölderlins Liebesverhältnis zu Susette Gontard wirklich so entscheidend für sein Leben? Peter Michalzik gelingt eine biografische Annäherung an einen der größten Dichter der deutschen Literatur, die zugleich eine inspirierende Erzählung über das Verhältnis von Kunst und Ökonomie ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.04.2020
Laut Rezensent Christian Thomas triumphiert das Geld über den Geist in Peter Michalziks "Spekulation" über Hölderlin, Susette und Jacob Gontard. Die Dreiecksgeschichte mit kitschigem Potential erzählt ihm der Autor als Mix aus Fakten und Fiktion und in Absetzung zu gängigen Darstellungen. Wie das Geld für Hölderlin den Geist beleidigt, wie das Geld aber auch seinen eigenen "Esprit" entwickelt, das macht Michalzik dem Rezensenten plausibel. Nebenher ersteht da lebendig Frankfurt als aufstrebende Geldmetropole, geht die Liebesgeschichte diskret zu Ende und tauchen allerhand Geistes- und sonstige Größen in dem Text auf.
Christian Gampert scheint unangenehm berührt von Peter Michalziks Versuch, sich Hölderlin als Anleihe-Fuchs vorzustellen. Die Achse Hölderlin-Gontard-Frankfurt-Geld, wie sie Michalzik beschreitet, findet er arg konstruiert. Wenn sich der Autor in Hölderlins Gedanken- und Gefühlswelt und in seine Beziehung zu Jacob Gontard einfühlt, schämt sich Gampert fremd. Das ist schwülstig bis spekulativ und begräbt alle schönen Details zur Frankfurter Stadtgeschichte im Buch unter einem Berg von Betulichkeit und wilder Fantasie, ärgert sich der Rezensent.
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