Herausgegeben von Shinu Sara Ottenburger und Peter Trawny. Werner Hamachers Hölderlin-Interpretationen seit seiner Berliner Magisterarbeit von 1971, die in diesem Band ebenfalls erstmals abgedruckt wird, sind vielleicht die ersten Dekonstruktionen bedeutender poetischer Texte in deutscher Sprache. Die hier präsentierten, zum Teil fragmentarischen Aufsätze, in denen der 2017 verstorbene Literaturtheoretiker sich auch mit Heideggers Hölderlin-Auslegung beschäftigt, belegen die außerordentliche Fähigkeit, strengste Philologie elegant und geistvoll zu inszenieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2020
Rezensent Jürgen Kaube hält ein schönes akademisches Selbstgespräch über Werner Hamachers aus dem Nachlass publizierte Magisterarbeit zu Hölderlin und vermerkt kritisch, dass Hamacher sich vor dem Leser keine Einwände mache. Kaube tut das auch nicht, etwa in Bezug auf die Frage, wem so ein Buch taugen könnte. Wenn Hamacher 1971, laut Rezensent ohne große Berücksichtigung der Forschung, aber unter erkennbarem Eindruck von Derrida, Hölderlins Gedichten folgt, um in ihnen eine Kritik an Logik und Sinn festzustellen, wie Kaube erläutert, stellt sich diese Frage aber durchaus.
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