Aus der Sicht des Kindes erzählt Nando von Arb das Aufwachsen mit zwei Geschwistern und einer alleinerziehenden Mutter, die dabei an ihre Grenzen kommt. Sie sieht es als ihre Aufgabe an, die Kinder vor allem und jedem zu beschützen. Drei Väter gehen in diesem Haushalt ein und aus: Sein leiblicher Vater, er hat sich von der Mutter getrennt, als Nando zwei Jahre alt war; Kiko, der Vater seiner Schwester, sowie Zelo, der Partner der Mutter. Zu jedem dieser drei Männer hat der kleine Nando eine eigene, wichtige Beziehung - zum Vater eine wehmütige, zu Kiko eine komplizenhafte und zu Zelo eine aufbauende. In von Arbs Geschichte taucht die Mutter als Vogel und der Vater als wildes Tier auf - diese symbolische Darstellung der Figuren entpuppt sich als überzeugendes Stilmittel.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2019
Rezensent Christian Gasser erkennt den subjektiven Ansatz des Comics von Nando von Arb. Anekdotisch, launig erscheint ihm die Herangehensweise, wenn der Autor sich in die Kinderperspektive zurückversetzt und Verwandte als Tiere zeichnet, um das Aufwachsen in einer Patchworkfamilie nachzuvollziehen. Fern von Realismus entsteht laut Gasser ein sehr eigenwilliges, metaphorisches, tänzerisches Bild einer Kindheit, das sowohl ihren Reichtum als auch ihre schwierigen Momente mit Leichtigkeit und Komik erfasst.
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