Martin Panchaud

Die Farbe der Dinge

Cover: Die Farbe der Dinge
Edition Moderne, Zürich 2020
ISBN 9783037312018
Gebunden, 224 Seiten, 35,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Christoph Schuler. Simon wird von den Jungs im Viertel ständig gehänselt und für allerlei Botengänge missbraucht. Als er einer Wahrsagerin die Einkäufe nach Hause trägt, verrät sie ihm dafür einen Wetttipp fürs Pferderennen. Simon setzt die gesamten Ersparnisse seines Vaters auf ein einziges Pferd - und gewinnt damit Millionen. Unterdessen prügelt der Vater die Mutter ins Koma und flieht. Als Minderjähriger kann Simon seinen Wettschein nicht einlösen. Auf der abenteuerlichen Jagd nach einem Ausweg wird aus dem ewigen Verlierer Simon ein ganz schön cleverer Held...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.04.2020

Rezensentin Martina Knoben entdeckt mit Martin Panchauds Comic in abstrakter Infografik-Manier eine "neue, faszinierende Form des visuellen Erzählens". Wer hätte gedacht, das Figuren, dargestellt als bloße Kreise, Tiefe entwickeln können? Zusammen mit  einem "starken" Text gelingt das tatsächlich, versichert der Rezensent. Derart suggestiv scheint Knoben die Darstellung, dass er die Gesichter der Figuren mitunter wie in einer Filmnahaufnahme vor sich zu sehen meint. So brillant die mit Piktogrammen, Schautafeln und Lageplänen aufwartende, Eindeutigkeit vorgaukelnde zeichnerische Form, so überraschend die Handlung, die alles andere als verlässlich daherkommt, wie Knoben meint. Und das soll eine Graphic Novel sein? Und was für eine!, stellt Knoben beglückt fest.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2020

Rezensent Andreas Platthaus schätzt an der ersten Langgeschichte des Comic-Zeichners Martin Panchaud das Grenzerweiternde. Dass der Autor die Protagonisten seines Krimis um ein dysfunktionales Familienleben und einen 14-Jährigen, der einen Ausweg sucht und zufällig beim Pferderennen eine Millionenwette macht, nur als bunte Kreise in planskizzenhaften Dekors entwirft, die auf Platthaus den "Reiz eines Polizeiberichtbogens" ausüben, scheint dem Rezensenten bemerkenswert. Das Abstrakte von Panchauds nüchternem Realismus überzeugt ihn, und er entwickelt sogar Empathie mit den farbigen Kreisen, gerade so, als wären es Menschen wie du und ich.

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