Misha Friedman, Masha Gessen

Vergessen

Stalins Gulag in Putins Russland
Cover: Vergessen
dtv, München 2019
ISBN 9783423281720
Gebunden, 160 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Sven Koch. Der sowjetische Gulag war eine der größten Tötungsmaschinen in einem Jahrhundert der Tötungsmaschinen. Niemand war sicher. Masha Gessen und Misha Friedman sind quer durch Russland gereist, zu den Orten des Schreckens, haben mit Menschen gesprochen und Schicksale rekonstruiert. Bewusst geworden ist ihnen dabei vor allem eines: Der Terror des Gulag ist nicht etwa vergessen. Man hat sich nie richtig an ihn erinnert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.06.2019

Robert Probst ist beeindruckt von diesem Essayband von Masha Gessen und dem Fotografen Misha Friedman. Dass die Autoren den Weg zu den Stätten des Gulag auf sich genommen haben, findet er bemerkenswert. Beeindruckend scheint ihm der Versuch, der spärlichen Erinnerung an Stalins Mordmaschine im heutigen Russland nachzugehen. Die von Gessen und Friedman besuchten und befragten Menschen, die sich fürs Erinnern einsetzen und dabei vom Staat behindert werden, regen Probst zum Nachdenken an.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.04.2019

Viktor Funk lobt Masha Gessen und Misha Friedman für ihren Versuch, russische Geschichte zu bewahren und zu verstehen. Wie in Putins Russland die Aufarbeitung des stalinistischen Terrors und das Gedenken an die Opfer systematisch be- und verhindert wird, zeigen Gessen und Friedman laut Rezensentin anhand von einzelnen Aspekten und Orten der Gulag-Geschichte. Dass die Ordnung der Fotos im Band nicht nachvollziehbar ist, schmälert den Erkenntnisgewinn für Funk zwar geringfügig, Gessens essayistische Texte über Putin oder Menschen, die noch immer nach ihren Angehörigen und ihren Wurzeln suchen, scheinen ihr jedoch von unwiderstehlicher Kraft und moralischer Integrität.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.03.2019

Rezensentin Barbara Oertel empfiehlt das Buch der russisch-amerikanischen Publizistin Masha Gessen und des Fotografen Misha Friedman zur Mahnung an das Grauen und die Stätten des Gulags. Die zahlreichen Bild- und Text-Zeugnisse, die die Autoren im Band versammeln, ergeben für Oertel eine verstörende, beklemmende Spurensuche von Sandarmoch und Perm-36 bis Kolyma. Die Frage, die Gessen bei ihren Begegnungen mit Überlebenden und Menschen, die die Erinnerung wachhalten, umtreibt, regt auch die Rezensentin zum Nachdenken an: Wie konnte das Vergessen in Russland unter Putin die Oberhand gewinnen?

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