Angela Rohr

Der Vogel

Gesammelte Erzählungen und Reportagen
Cover: Der Vogel
BasisDruck Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783861631170
Broschiert, 200 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Angela Rohrs späte Erzählungen "Der Vogel" und "Die Zeit" - entstanden um 1959 - gehören zu den ersten literarischen Auseinandersetzungen mit den Frauenschicksalen unter der stalinistischen Verfolgung. Beide Texte, die zur Entstehungszeit nicht publizierbar waren, sind erst 2005 wiederaufgefunden worden. Die Österreicherin Angela Rohr (1890 - 1985), unter ihren früheren Namen Angela Hubermann und Angela Guttmann expressionistische Dichterin, Dadaistin und Freundin Rainer Maria Rilkes, verschlug es nach Versuchen in der Psychoanalyse 1925 nach Moskau und Sibirien. Von hier aus schrieb sie Feuilletons für die Frankfurter Zeitung und andere deutsche Blätter. In den Literaturgeschichten des Expressionismus galt die Dichterin bis heute als verschollen. Sowohl ihre frühe Prosa und die journalistischen Schriften als auch ihre späten Texte werden hier erstmals gesammelt und im Rahmen des Gesamtwerks vorgestellt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2011

Das Schicksal dieser Schriftstellerin im sowjetischen Gulag bewegt die Rezensentin und lässt sie fragen, wieso wir Angela Rohr eigentlich bisher nicht kannten. Dass Gesine Bey nun eine, wie Sabine Brandt findet, kluge Auswahl aus den erzählenden Texten der in die stalinistischen Fänge geratenen Autorin nebst informativem Anhang präsentiert, freut Brandt natürlich. So bescheiden der Band äußerlich auftritt, so stark ist der Eindruck von Historie und Schicksal, den die Texte aus der Zeit vor beziehungsweise nach Stalin der Rezensentin vermitteln.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.08.2010

Der Erzählungsband "Der Vogel" ist der aktuellste Versuch, das literarische Lebenswerk der unter vielen Pseudonymen arbeitenden Autorin Angela Rohr einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Texte beschreibt Rezensentin Judith von Sternburg als schnörkellos, sachlich, präzise, die Autorin berichtet darin über die Zeit als Gefangene in einem sibirischen Lager ab dem Jahr 1941. Sternburg schätzt Rohrs Sinn für das Konkrete, die detaillierten Beschreibungen des Lagerlebens. Durch die Nüchternheit ihrer Worte gingen die Erzählungen sehr zu Herzen, befindet die Rezensentin. Obwohl nicht alle Texte eine ähnlich hohe Qualität wie die Erzählungen "Der Vogel" und "Die Zeit" aufwiesen, so scheint es Sternburg doch immer so, als vermöge Rohr, mit wenigen Worte alles zu sagen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.06.2010

Fünfzig Jahre hat es gedauert, bis Jens Bisky uns diese Autorin nun vorstellen kann, der nicht mehr beschieden war, als eine Fußnote der Literaturgeschichte zu werden, wie Bisky schreibt. Die in diesem Band versammelten Texte von Angela Rohr, zwei Erzählungen aus dem Gulag plus Reportagen aus der Zeit zwischen 1928 und 1937 in Sowjetrussland präsentieren Bisky allerdings das ganze Kraftpotential des 20. Jahrhunderts. Rohrs Ton findet er bei aller Explosivität des Stoffes suggestiv, lakonisch, präzis. Die Autorin stellt er sich als kleine bewegliche Person vor, genau wie ihre Texte.

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