Rudolf Hamburger

Zehn Jahre Lager

Als deutscher Kommunist im sowjetischen Gulag. Ein Bericht
Cover: Zehn Jahre Lager
Siedler Verlag, München 2013
ISBN 9783827500335
Gebunden, 240 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Mit Abbildungen. Überleben und Mensch bleiben unter unmenschlichen Bedingungen: Die Aufzeichnungen von Rudolf Hamburger erzählen von einem Jahrhundert der Extreme, in dem die Menschen zwischen den Ideologien und politischen Systemen zerrieben wurden. Ein Buch über den Alltag im sowjetischen Gulag und die Brutalität des stalinistischen Terrors, die den Häftlingen das Leben entzog und sie zu Objekten degradierte.
Rudolf Hamburger, 1903 in Landeshut in Schlesien geboren, studierte Architektur, ehe er für den Geheimdienst der Roten Armee arbeitete, unter anderem in Polen und China. Im Zuge der stalinistischen Säuberungen wurde der überzeugte Kommunist 1943 als vermeintlicher Doppelagent zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt.
Erst Jahre nach dem Krieg entließ man ihn in die ukrainische Verbannung, von wo er 1955 in die DDR ausreisen konnte. Dort arbeitete er wieder als Architekt und war vor allem an der Planung Hoyerswerdas beteiligt. Er war mit vielen Intellektuellen befreundet, unter anderem auch mit Brigitte Reimann, die ihn als "Landauer" in ihrem Buch "Franziska Linkerhand" verewigte. Seine Lagerhaft im Gulag blieb geheim. Erst gegen Ende seines Lebens schrieb er den Bericht nieder. Hamburgers Aufzeichnungen erzählen vom Hineingeworfensein in den Terror, von Leid und Verrat ebenso wie von Freundschaften, von Hoffnung wie Erniedrigung. Zum Vorschein kommt dabei ein Mann, dessen Biografie kein Davor und Danach mehr zu kennen scheint, weil die Lagerzeit alles Leben nimmt. 1980 starb Rudolf Hamburger in Dresden. Über dreißig Jahre nach seinem Tod wird dieses Dokument nun veröffentlicht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2013

Der Bericht des Architekten Rudolf Hamburger über seine Zeit als deutscher Kommunist im Gulag hat Rezensentin Regina Mönch tief berührt. Erstens, da der Autor klaglos schreibt, zweitens, weil er seinem Unverständnis über sein Schicksal Raum gibt. Ein Schicksal, über das die Rezensentin zwar schon woanders gelesen hat, in der Geschichtswissenschaft und in Biografien, doch selten so präzis, ohne Schnörkel und in einem solchen Ton der Verzweiflung über die Verwirkung des Lebenssinns in einem System ohne Moral und Mitgefühl. Das Nachwort des Sohnes von Hamburger erschließt der Rezensentin Leerstellen in der Biografie des Autors.