Herausgegeben von Gerhard Fichte, Ilse Grubrich-Simitis und Albrecht Hirschmüller. "Übergänge die ganze Zeit" - so charakterisiert Freud, mit gewachsenem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, diese ereignisreichen Monate. In packenden Schilderungen sind sie in den Briefen von Band 4 festgehalten, passagenweise fast wie in einem Roman, in vielen Szenen mit wörtlicher Wiedergabe der stattgefundenen Dialoge. Noch einmal begegnet der Leser dem Naturforscher Freud, der sich mit Hirnanatomie befasst und mit Fröschen und Katzen experimentiert. Zugleich aber enthalten viele Briefe bereits Vorformen genuin psychoanalytischen Denkens und Wahrnehmens: so wenn beide Verlobte Träume sorgfältig aufschreiben und zu deuten beginnen, oder wenn Freud Martha bittet, ihm rückhaltlos alles mitzuteilen, was ihr einfällt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2019
Pünktlich zum Tag des Weltklimastreiks stellt der Dlf-Kultur Günther Wessels Kritik zu Jonathan Safran Foers "Wir sind das Klima!" online. Der Rezensent hat denn auch nur wenig an Foers persönlichen Gedanken zum Klimawandel auszusetzen, kennt er sie doch selbst nur allzu gut: Klimaschutz ist gut und wichtig, aber nur solange er nicht persönlich einschränkt. Anhand historischer Beispiele kann ihm Foer dann aber doch aufzeigen, wie ein gemeinsamer Wechsel der Gewohnheiten aussehen könnte - so erinnert sich Wessel dank Foer etwa an die Kampagne zur Polioimpfung in den USA, als Teenager Tanzveranstaltungen organisierten, an denen nur Geimpfte teilnehmen durften. Auch sprachlich und intellektuell erscheinen Wessel Foers Einlassungen "brillant" - umso bedauerlicher, dass der Autor nur individuelles und nicht politisches Handeln betrachtet, meint er.
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