"Ein nicht gedeuteter Traum ist wie ein nicht gelesener Brief", so heißt es bereits im Talmud, und zweifelsohne gehört das Träumen zu den wunderbarsten wie rätselhaftesten Fähigkeiten des Menschen. Spätestens mit Sigmund Freuds Traumtheorie hat die Beantwortung der Frage nach der Bedeutung und dem Sinn von Träumen eine ganz neue Dimension erhalten, versuchen neben den Psychologen auch Mediziner und Biologen das Geheimnis des Träumens zu entschlüsseln. Dieses Buch gibt einen Überblick über die Traumforschung dieses Jahrhunderts, indem es neben Freuds Arbeiten die wichtigsten tiefenpsychologischen, psychoanalytischen und neurobiologischen Traumtheorien vorstellt und erläutert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999
Martin Stingelin bespricht das Buch zusammen mit dem von Heinrich Deserno herausgegebenen Essayband "Das Jahrhundert der Traumdeutung" und dem Reprint der Erstauflage der Freudschen "Traumdeutung", die vor genau hundert Jahren erschien.
1) Wolfgang Mertens: "Traum und Traumdeutung"
Zu diesem Buch lässt Stingelin nur die Bemerkung fallen, dass es sich um "einen nützlichen Überblick" über Freuds Traumdeutung und ihre Wirkung in späterer Zeit handele.
2) Heinrich Deserno (Hrsg.): "Das Jahrhundert der Traumdeutung" (Klett-Cotta Verlag)
Die hier versammelten Essay zeigen nach Stingelin die Akzentverschiebungen auf, die die Traumforschung seit Freuds Urwerk bis heute erfahren habe. Zwei Essays böten "überraschende Bestätigungen" der Freudschen Thesen durch die neueste Hirnforschung.
3) Sigmund Freud: "Die Traumdeutung" (S. Fischer Verlag)
Besonders interessant findet Stingelin diese Wiederauflage, weil sie den von Freud in den späteren Auflagen so häufig überarbeiteten Text in ursprünglicher Form bietet. Dieser Gründungsakt einer Wissenschaft erscheine dadurch in wesentlich deutlicheren Konturen. Allerdings würde sich Stingelin mehr noch eine "textgenetische Edition" wünschen, die zugleich die gestrichenen wie die neu hinzugefügten Passagen der verschiedenen Auflagen enthält.
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