Karl Barth hat mit seiner Theologie des Wortes Gottes ein auf die "Sache" hin angelegtes und "klassisch" dogmatisch konstruiertes Werk hinterlassen. Trotz der damit verbundenen Distanz zu allem Subjektiven und damit auch zur Psychologie besass Barth ein feines Gespür für innere Vorgänge. In seinem Briefwechsel mit Eduard Thurneysen berichtet er immer wieder eigene Träume: höchst aussagekräftige Träume von Auseinandersetzungen mit Exponenten der zeitgenössischen Theologie, von der "Todesmutter", Träume von der Trinität oder davon, wie er Mozart "examiniert". Wolfgang Schildmann, Barth-Schüler und Jung'scher Psychoanalytiker, deutet im vorliegenden Buch die überlieferten Träume behutsam im Kontext von Barths Leben und Werk. Er deckt so erstmals den lebensgeschichtlichen Ansatz der Theologie und die hintergründige Psychodynamik von Karl Barths Denken auf.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.11.2006
Nach dreihundert Seiten ist Rezensentin und "Nichttheologin" Anna Stüssi vom "Phänomen" Karl Barth bezaubert. Der Theologe und Psychoanalytiker Wolfgang Schildmann hat es ihrer Meinung nach verstanden, differenziert Auskunft über Lebensumstände, Denken, Freundschaften und Kontroversen zu geben - und zwar, indem er auf dem Weg einer "Doppelsicht" äußere Fakten und psychologische Hintergründe zusammen denkt. In erster Linie stützt sich Schildmann dabei auf zahlreiche Traumberichte, die er in Briefen Barths an seinen Kollegen Eduard Thurneysen gefunden hat. Auf diesem Doppelweg kann er der Rezensentin tiefe, existenzielle, biografische und theologische Dimensionen Karl Barths erschließen.
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