Ludolf Herbst (Hg.), Rudolf Vierhaus (Hg.)

Biografisches Handbuch der Mitglieder des Deutschen Bundestages 1949-2002

K. G. Saur Verlag, München 2002
ISBN 9783598237805
Gebunden, 1380 Seiten, 576,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Rudolf Vierhaus und Ludolf Herbst unter Mitarbeit von Bruno Jahn. Zwei Bände und Supplement. Das Biografische Handbuch der Mitglieder des Deutschen Bundestages 1949-2002 enthält die Biografien von mehr als 3.000 Frauen und Männern, die von 1949 bis zur Gegenwart jemals Mitglied des Deutschen Bundestages waren oder noch sind. Die biografischen Angaben beschränken sich nicht auf die Zeit und die Tätigkeit der Genannten als Mitglieder des Bundestages. Sie informieren auch über Herkunft, Lebens- und Bildungsweg, berufliche und politische Tätigkeit in der Wirtschaft, in Kirchen, Vereinen, Verbänden und Parteien - auch die Mitgliedschaft in Landtagen ist dokumentiert. 125 ausführlichere Artikel wurden von namhaften Spezialisten verfaßt. Zu diesen Autoren gehören Journalisten, Historiker und Politikwissenschaftler, aber auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Jutta Limbach, Gerhard Stoltenberg, Rita Süßmuth oder Hans-Jochen Vogel.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.04.2003

Wer sich für die Biografien der Bundestagsabgeordneten interessiert, sollte das von Rudolf Vierhaus und Ludolf Herbst herausgegebene "Biografische Handbuch der Mitglieder des Deutschen Bundestages" zur Hand nehmen. Wie Rezensent Ralf Altenhof berichtet, bietet das Nachschlagewerk Kurzbiografien aller Bundestagsabgeordneten seit 1949, mithin über 3.000 Lebensbilder, deren Schwerpunkt zwar auf der Tätigkeit als Parlamentarier liegt, die aber die Zeit davor und gegebenenfalls danach einbeziehen. Die Porträts ergeben nach Altenhofs Einschätzung ein "plastisches Bild der politischen Elite in Deutschland". Ihr Umfang reiche von einer halben Spalte bis zu mehreren Spalten, wobei ausgewiesene Experten für die 125 ausführlicheren Artikel verantwortlich zeichneten. Für die Parlamentarismusforschung ist das Werk nach Altenhofs Überzeugung in zweierlei Hinsicht unentbehrlich: erstens wegen der umfassenden Zusammenstellung der Angaben zu den Bundestagsmitgliedern und zweitens als Grundlage für kollektivbiografische Auswertungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.02.2003

Der Rezensent mit dem Kürzel G.H. beklagt, dass zuviel Vorwissen bei der Lektüre dieses Handbuchs vorausgesetzt wird. Gerade bei jüngeren Lesern könnten einige Verständnisprobleme auftreten. Das Buch ist nach Ansicht des Rezensenten nur für diejenigen "brauchbar, die noch mit den Namen Fritz Erler, Ernst Majonica, Erich Mende und Carlo Schmid etwas anzufangen wissen" - was den Kreis der potentiellen Leser ja gewaltig einschränke, und das, obwohl das Buch interessante Themen behandele, die EVG-Verträge etwa oder die Hauptstadtfrage in der Nachkriegszeit. G.H. führt das Manko des Buches darauf zurück, dass Hintergrundinformationen fehlen und "die Fleißarbeit weniger einfallsreich geleistet worden ist als in den vorangegangenen Bänden".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2002

Richtig gefesselt ist der Rezensent Christian Jostmann von diesem Buch, in dem die Biographien aller bisherigen Parlamentarier des Bundestages "zum Teil knapp-informativ, zum Teil erzählerisch-liebevoll" umrissen werden. Dessen Lektüre ist eine gute Methode, sich die Lebendigkeit dieser demokratischen Institution vor Augen zu führen, findet der Rezensent: "Auf einmal wird aus einer politischen Institution wieder ein Haus voller Menschen". Einige davon sind aus den Medien bekannt, andere haben eher stille Arbeit geleistet. Anhand der Biografien der älteren Mitglieder lässt sich nach Jostmanns Meinung "der schwierige Weg der Deutschen zur Demokratie" nachvollziehen, was er als spannende Komponente dieser Buches empfindet.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2002

Als "lohnende Lektüre" empfiehlt Georg Paul Hefty das "Biographische Handbuch der Mitglieder des Bundestages 1949-2002". Es verfolgt die Lebensläufe sämtlicher Bundestagsabgeordneter seit 1949 - nicht nur bis zum Ende des Mandats, sondern auch nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag weiter bis zum Jahr 2002 oder aber bis zum Tod, berichtet Hefty. Zwar sind seiner Ansicht nach Nachschlagewerke dieser Art "keine Unterhaltungsliteratur" für jedermann. "Aber die fast 1.200 Seiten der beiden Bände", freut sich der Rezensent, "belohnen jeden Schmökerer." Schließlich lesen sich die Lebensläufe vieler Abgeordneter seiner Einschätzung nach interessanter als so mancher Lebenslauf der Kritiker. Die wichtigsten Abgeordneten haben ihren "eigenen" Autoren, einen Weggenossen oder besonderen Kenner, erhalten, hebt Hefty hervor. So schreibt beispielsweise Rita Süssmuth über Antje Vollmer, Gerhard Stoltenberg über Kai-Uwe von Hassel oder Hans-Jochen Vogel über Helmut Schmidt. Aber auch die Beschreibung der weniger prominenten Parlamentarier geht zur Freude des Rezensenten weit über das aus dem Bundestagshandbuch Bekannte hinaus. Das Handbuch lehre, nicht allein auf die Worte der Bundestagsmitglieder und gerade der Bundestagskandidaten zu achten, schließt Hefty, "sondern vor allem auf ihrem Lebensweg."
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