Herausgegeben von Oliver Neun. Karl Mannheim zählt zu den Klassikern der Soziologie, sein Schlagwort vom "freischwebenden Intellektuellen" hat über die Fachgrenzen hinaus Bekanntheit erlangt. Der Band versammelt einen bislang unveröffentlichten, von Mannheim auf Deutsch verfassten Essay zur Theorie der Intellektuellen sowie seinen Aufsatz "Das Problem der Intelligenz" in deutscher Erstübersetzung. Insbesondere die darin angestellten Überlegungen zur Rolle der "Intelligentsia" in öffentlichen Debatten sind von ungebrochener Aktualität, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der zeitgenössischen "Krise der Demokratie".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2023
Rezensent Gerald Wagner sagt deutlich, dass er die beiden erstmals ins Deutsche übersetzten Vorlesungen des 1947 in London gestorbenen Soziologen Karl Mannheim mit spitzen Fingern angefasst hat. Die vom Verlag angekündigte "ungebrochene Aktualität" der an die 90 Jahre alten Thesen über Intelligenz, Individualität und das Ende eines einheitlichen Weltbildes, kann Wagner denn auch nach der Lektüre nicht nachvollziehen. Allerdings seien die "Strukturen" von denen Mannheim spreche, heute womöglich wichtiger denn je, so der Rezensent. Sie erinnerten zum einen daran, wie wichtig die Neugierde von Forschern sei, um die jeweils relevanten Fragen zu stellen. Aber deutlich wird Wagner auch, dass "fundierte Gesellschaftsdiagnosen" nur mit echtem historischem Wissen über ihren Gegenstand möglich sind. Ganz offensichtlich ist der Rezensent mit Mannheim sehr wehmütig geworden.
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