Steckt die Demokratie in der Krise? Befinden wir uns in einer ähnlichen Lage wie zur Zeit der Weimarer Republik? Adam Przeworski sucht nach Antworten, indem er Staaten unter die Lupe nimmt, die ein Abgleiten in autoritäre Verhältnisse erlebten. Er identifiziert drei Bündel von Ursachen: ökonomische wie Wohlstand und Ungleichheit, soziale, aber auch im engeren Sinn politische. Heute sei die Situation in vielen Staaten dadurch gekennzeichnet, dass Teile der Bevölkerung nicht länger am wachsenden Wohlstand partizipieren und den Glauben an eine bessere Zukunft verloren haben. Doch wenn Menschen den Eindruck bekommen, sie könnten ihr Leben durch Wahlen nicht länger positiv beeinflussen, steige die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich gegen das System wenden.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 01.02.2021
Rezensent Jens Balzer hält das Buch des Politologen Adam Przeworski für einen Glücksfall im Fach der politischen Essayistik. Wie der Autor sich der viel beschworenen Krise der Demokratie zuwendet, skeptisch, fragend, nachvollziehbar argumentierend, macht dem Rezensenten Lust, sich mit den historischen Beispielen im Buch, Weimar und Chile, zu befassen, um den Umschlag von demokratischer in autoritäre Staatsform zu studieren. Erhellend findet er die durch empirische Daten gestützten Beobachtungen des Autors zum "schleichenden" Vollzug solcher Entwicklungen in Polen, Ungarn oder der Türkei.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.11.2020
Rezensent Jens-Christian Rabe empfiehlt wärmstens das Buch des amerikanischen Politikwissenschaftlers Adam Przeworski. Luzide und gesichert durch empirische Studien bietet der Autor laut Rabe Grundlagenarbeit zum Thema erodierende Demokratie. Bidens Sieg erscheint Rabe nach der Lektüre noch einmal bedeutsamer und auch fragiler, da Przeworski klar macht, dass es immer möglich ist, die Demokratie von innen zu zerlegen. Die Bedeutung vorausschauender Politik für die Bewahrung der Demokratie kann ihm der Autor ebenso verständlich machen. Ein in seinen spekulativen wie "tiefenscharfen" Passagen furchterregend plausibles, ein wichtiges Buch, findet Rabe.
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