In einer Zeit, in der die Demokratie als Staats- und Gesellschaftsform weltweit auf dem Rückzug ist, bietet Julian Nida-Rümelin in diesem Buch notwendige Orientierung. Gleichzeitig tritt er populären Missverständnissen von Demokratie entgegen - insbesondere verschiedenen Varianten des Populismus, überwiegend von rechts, aber auch von links. Demokratie gehört zu den höchsten Gütern unserer Kultur - doch sie muss verteidigt werden. Denn durch Nachgiebigkeit werden die Feinde der Demokratie in ihrer Verachtung gegenüber liberalem Gewährenlassen und kultureller Toleranz nur bestärkt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.08.2025
Rezensent Jens Hacke findet bei Julian Nida-Rümelin Tipps für den Weg aus der Krise der Demokratie, aber keine allzu originellen. Wenn der Autor mit Rawls, Habermas, Aristoteles, Hobbes und Kant in den Dialog tritt, um politische Lektionen zu erteilen, wirkt das auf Hacke einerseits produktiv, andererseits immer wieder auch etwas holzschnittartig und "collegeartig". Die Abrechnung mit den Grünen erscheint Hacke recht direkt, der Blick auf Schröder weichgezeichnet. Von Kritik an der Ostpolitik der SPD keine Spur, stellt der Rezensent enttäuscht fest. Sprunghaft assoziativ wirkt das Buch auf ihn, nicht unbedingt immer allgemeinverständlich, wie es der Autor gern hätte.
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