Wahlerfolge populistischer Parteien setzen die Demokratie unter Druck. Scheint das Spannungsverhältnis von Populismus und Demokratie als zentrale Herausforderung der heutigen Zeit, ist der Streit um die Ausgestaltung der Demokratie auch Gegenstand ihrer historischen Entwicklung. Welche Konflikte begleiten die Demokratie in Gegenwart und Zeitgeschichte? Inwiefern verändern populistische Akteure den Streit um Deutungshoheit in Zeiten globaler Verflechtung? Der Band analysiert das komplexe Zusammenspiel von Demokratietheorie und -praxis in Deutschland, Europa und den USA. Im Sinne der Interdisziplinarität vereint er unter den Schlaglichtern "Populismus und Extremismus" sowie "Demokratischer Verfassungsstaat und Parteien" Beiträge aus Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Zeitgeschichtsforschung und Rechtswissenschaft.
Mit Beiträgen von
u.a. Sandra Wirth, Felix Rhein, Robin Graichen, Jens Weinhold-Fumoleau
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2019
Rezensent Harald Bergsdorf, Politikwissenschaftler mit Schwerpunkt Extremismusforschung, CDU-Mitglied und laut Wikipedia bis 2011 Leiter der "Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus" in Nordrhein-Westfalen, dürfte qualifiziert sein, dieses Buch zu besprechen. Seine Kritik liest sich aber zum Teil mehr wie das Referat eigener Ansichten, die dem bereits Bekannten - es handele sich bei populistischen Parteien üblicherweise um "elitenfeindliche Anti-Parteien-Bewegungen mit charismatischer Führungsfigur" - nicht unbedingt etwas hinzufügen. Etwas stärker interessiert hat den Rezensenten ein Beitrag über rechtsextremistische Elemente in den Diskursen der Populisten - diese allerdings nur in Parlamentsreden zu suchen, wie es der Beitrag tut, hält Bergsdorf für verfehlt. Viel eher hätten die Autoren in sozialen Medien recherchieren sollen, wendet er ein. Auch ein anderen Beitrag, der sich mit der gefälliger gewordenen FPÖ beschäftigt, hebt Bergsdorf heraus. Am Ende seiner Rezension gibt Bergsdorf den Lesern noch ein Rezept mit: Man solle Populismus unter anderem durch eine "Migrationspolitik mit Maß und Mitte" bekämpfen und versuchen, Enttäuschte, die noch zu denken in der Lage sind, ins gemäßigte Lager zurückzuholen.
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