Seit den frühen sechziger Jahren sind Helmut Schmidt und Siegfried Lenz befreundet. Der Politiker bewundert den Literaten, der Schriftsteller weiß um den begrenzten Einfluss der Literatur auf die Zeitläufte. Es ist eine Freundschaft, die von gegenseitigem Respekt Bewunderung geprägt ist, die privat ist - Siegfried Lenz fühlt sich Helmut Schmidts Frau Loki freundschaftlich verbunden, die 1968 von der "Deutschstunde" begeistert war und jedes Buch des Autors las. Aber es ist auch eine Verbindung, die öffentlich wirkt, weil der Schriftsteller den Politiker unterstützt - im Wahlkampf, auf Reisen und als fortwährender Gesprächspartner - so auch während des "Deutschen Herbstes" 1977, bei einer Reise nach Polen und Auschwitz und in der Zeit des Nato-Doppelbeschlusses.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2014
Authentisches Vermächtnis ist das Buch für den Rezensenten Jochen Hieber. Da sind die privaten Verbindungen zwischen Helmut Schmidt und Siegfried Lenz, Musik und Kunst, Sommerfrische. Und da sind die politischen. Über letzteren lastet schwer eine nie überwundene Kränkung (der Schatten Brandt/Grass), so die These de Autors Jörg Magenau. Hieber erkennt ihre Stichhaltigkeit während der Lektüre von Magenaus Buch, das ein halbes Jahrhundert Freundschaft Revue passieren lässt, wie Hieber schreibt. Klug komponiere der Autor seinen Text aus Dialogen zwischen den Freunden Lenz und Schmidt und eigenen Überlegungen zu dieser Jahrhundertfreundschaft. Dass er Loyalität und Unabhängigkeit dabei unter einen Hut bekommt, findet Hieber bemerkenswert.
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