Er führte das Land durch die Ölkrise, den Deutschen Herbst und den Kalten Krieg: Helmut Schmidt ist noch immer der beliebteste Politiker Deutschlands. Heute, in Zeiten von Terror und Globalisierung, scheint sein Rat gefragt wie nie - kaum ein anderer Staatsmann hat der Republik so leidenschaftlich Mitte und Maß vorgegeben. Hans-Joachim Noack, der als politischer Korrespondent die Karriere Schmidts über Jahrzehnte verfolgt hat, schildert den Aufstieg des Lehrersohns aus Hamburg-Barmbek zum mächtigsten Mann im Staat. Der Autor, der Zugang zum Privatarchiv des Altkanzlers erhielt, beschreibt, wie der Krieg den Menschen Helmut Schmidt prägte und ihn zugleich auf die Karriere in der Politik vorbereitete. Er spürt dem Geheimnis seines Nimbus nach, der im Kampf gegen die Hamburger Flutkatastrophe 1962 gründet und im Terrorjahr 1977 seinen Höhepunkt erreichte. Und er zeigt, warum die Deutschen den Altkanzler von jeher als Verkörperung des gesunden Menschenverstandes betrachten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.12.2008
Mit Interesse hat Rezensent Christian Kind diese Helmut-Schmidt-Biografie des früheren Spiegel-Redakteurs Hans-Joachim Noack gelesen, er gibt aber deutlich zu verstehen, dass sie "kein Ausruhen" erlaubt. "Ungeheuer knapp, konzentriert" schreibe Noack und fordere dem Leser ständige Aufmerksamkeit ab. Dabei gehe es Noack, wie der Rezensent dem Autor wohlwollend zuschreibt, nicht um sonderlich neue Erkenntnisse, sondern darum, noch einmal die großen Leistungen Helmut Schmidts in Erinnerung zu rufen. Dies ist ihm in Kinds Augen prägnant und lebhaft gelungen.
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