Der eine war im Exil gegen Hitler, der andere Wehrmachtssoldat. Der eine war Minderheitsdeutscher, der andere stand für die Mehrheit: Wenig passte zusammen in diesen Leben von Willy Brandt und Helmut Schmidt. Und dennoch, sie fanden einen Grundkonsens, der erst im hochdramatischen Streit um die "Nachrüstung" erschüttert wurde. Vielleicht gerade weil ihre Freundschaft so schwierig war, wurden zwei derart außergewöhnliche Kanzlerschaften daraus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2012
Dialektisch harmonisierend habe der Autor entsprechend den wahren Begebenheiten wohl die Wogen geglättet, mutmaßt Werner Link. Ihm behagt die versöhnliche, über das historisch haftende Bild vom entzweiten Schmidt-Brandt-Führungsgespann gelegte Version deutlich besser, erscheint ihm authentischer. Obgleich es meterweise Literatur zu den beiden Protagonisten von Gunter Hofmanns biografischer Verhältnisforschung gibt, wie Link weiß, gefällt ihm der Band doch gut als Tiefenbohrung ins Reich der frühen politischen Sozialisation, wo der Autor letztlich den Quell aller späteren Differenzen zwischen Willy Brandt und Helmut Schmidt entdeckt. Nur bei der Definition einer der wichtigsten Streitpunkte findet Link Hofmann nicht überzeugend. Was Entspannungspolitik für Schmidt bedeutete, scheint ihm ein Schlüssel zu sein für das Verständnis des Kanzlers und der Beziehung zum Kontrahenten Brandt.
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