Jens Hacke

Existenzkrise der Demokratie

Zur politischen Theorie des Liberalismus in der Zwischenkriegszeit
Cover: Existenzkrise der Demokratie
Suhrkamp Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783518298503
Kartoniert, 455 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

In der Zeit zwischen den Weltkriegen geriet die Demokratie in die Krise. Kommunismus und Faschismus boten Modelle einer alternativen Moderne. Anders als der Niedergang des politischen Liberalismus vermuten lässt, gehören die damaligen intellektuellen Debatten über die Grundlagen der Demokratie zum essentiellen Bestand der politischen Theorie. Jens Hackes ideengeschichtliche Studie führt vor Augen, wie seit den 1920er Jahren Ideen entwickelt wurden, die die Welt nach 1945 prägen sollten und im Lichte gegenwärtiger Krisenphänomene neue Aktualität beanspruchen: die Totalitarismustheorie, das Konzept der wehrhaften Demokratie und die Vorstellung von einem gezähmten Kapitalismus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2018

Rezensent Florian Meinel hat Jens Hackes Studie zum Liberalismus in den Zwischenkriegsjahren mit Gewinn gelesen. Schon dass der Politikwissenschaftler ein fast vergessenes Kapitel der politischen Ideengeschichte Deutschlands beleuchtet, rechnet ihm der Kritiker hoch an. Vor allem aber lobt er, wie anschaulich ihm Hacke den Mangel an liberaler Evidenz darlegt, denn auf das Kaiserreich folgt gleich eine das Bürgertum verschreckende "Massendemokratie". Dass die liberalen Theoretiker der Weimarer Republik - Max Weber, Hugo Preuß, Ernst Toreltsch - aus einer Position der Schwäche heraus ihre scharfsinnigen Analysen verfassten, macht Hacke dem Rezensenten klar, auch dass ihre Konzepte der wehrhaften Demokratie und der liberalen Demokratie die Nachkriegszeit prägte. Mit Interesse liest Meinel zudem Hackes Exkurse zu weniger bekannten, aber originellen Denkern wie Karl Loewenstein oder Moritz Julius Bonn. Die Vorgeschichte des deutschen Liberalismus kommt dem Kritiker indes ein klein wenig zu kurz.