Gerd Habermann (Hg.)

Vision und Tat

Ein Ludwig-Erhard-Brevier
Ott Verlag, Thun 2000
ISBN 9783722569161
Taschenbuch, 120 Seiten, 10,12 EUR

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2000

"Höchst lesenswert" findet Karen Horn diesen Band, an dem sie nicht nur die Zusammenstellung der Texte und deren Ordnung nach thematischen Gesichtspunkten lobt. Mehr noch zeigt sie sich von Einschätzungen und Äußerungen Erhards beeindruckt, die ihrer Ansicht nach auch heute nichts von ihrem Wert eingebüßt haben. Als Beispiel dafür nennt sie u. a. Erhards Plädoyer für eigene Verantwortung und Leistungsbereitschaft, die durch `vermeintliche soziale Maßnahmen zum Absterben verurteilt ist` (1956). Aber auch seine Kritik an der Koppelung der Rente an die Lohnentwicklung (1957) sowie sein Appell an die Sozialpartner, bei der Lohn- und Arbeitspolitik Disziplin zu üben, um der Allgemeinheit nicht zu schaden (1965), findet Horn geradezu "hellseherisch".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.06.2000

Der Rezensent mit dem Kürzel "G.S." weist in seiner Kurzkritik zunächst darauf hin, dass es sich hier um den dritten Band der erfolgreichen Reihe "Meisterdenker der Wirtschaftsphilosophie" handelt, in der Wirtschaftstheoretiker und -praktiker durch Zitate aus ihren Werken porträtiert werden. Dieses Prinzip sei bei Erhard um so sinnvoller, als sein Werk sich meist aus verstreuten kurzen Äußerungen und Reden zusammensetze. Anders als bei den früheren Bänden über Friedrich August von Hayek und Wilhelm Röpke, so lobt der Rezensent, gibt es hier außerdem eine Einführung in das Werk Erhards, ein nützliches Stichwortverzeichnis und eine Sammlung von Zitaten über Erhard. Mit einer gewissen Lust zitiert der Rezensent hier ein eklatantes Fehlurteil der Gräfin Dönhoff von 1948: "Gott schütze uns vor diesem Mann." Dies zeige, wie umstritten Erhards Glaube an den Wettbewerb und eine liberale Wirtschaftsordnung nach dem Krieg noch gewesen sei. Der Rezensent findet den Band als Einführung in das Werk Erhards sehr geeignet.
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