Aus dem Englischen von Christian Welzbacher. Die Philosophin und Schriftstellerin Eva Meijer beschreibt in diesem Buch tierische Kommunikationsformen. Sie wechselt dabei von wissenschaftlichen Anekdoten zu deren Analyse und von persönlichen Erlebnissen zu philosophischen Reflexionen über Sprache und ihre Funktionen. Die lautlichen Äußerungen von Hunden, Delfinen oder Elefanten beschreibt sie ebenso wie die erstaunlichsten systemischen und körperlichen Kommunikationsformen bei Ameisen oder Bienen. Es geht ihr neben der Entdeckung einer bis heute fast unerforschten Welt auch um die Möglichkeiten der Verständigung von Mensch und Tier. Ihre überraschenden Entdeckungen und Einsichten münden jedoch letztlich in der Frage, ob es nicht an der Zeit wäre, die schwache politische Position der Tiere zu überdenken. Denn wer Sprache hat, ist ein Mensch und damit ein ethisches Subjekt, so jedenfalls eine jahrhundertealte philosophische Überzeugung, mit der man bislang den Menschen über das Tier erheben wollte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.07.2018
Nico Bleutge ist begeistert von Eva Meijers Versuch, die Kommunikation mit den Tieren neu zu denken und in den Dialog mit Tintenfischen und Nashörnern zu treten. Wie die Philosophin mit Chomsky, de Saussure, Wittgenstein, Merleau-Ponty und den leuchtenden Beispielen von Jane Godall und Barbara Smuts das Nachdenken über Tiere auffrischt, indem sie die Tiere und ihre Kommunikation ins Zentrum rückt und die Unterschiede zwischen menschlicher und tierischer Sprache hinterfragt, scheint Bleutge grandios. Die zahllosen Vorstellungen zum Thema vermag die Autorin dem Rezensenten sprachlich klar zu bündeln, ohne Argumentationen zu vereinfachen oder sich in Fachsimpelei zu verlieren. Das Buch findet der Rezensent gut lesbar ins Deutsche gebracht von Christian Welzbacher.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2018
Kai Spanke hätte sich mehr erwartet von diesem Buch der Philosophin Eva Meijer. Wer etwas über die Kommunikationsformen von Buckelwalen, Eidechsen oder Gorillas erfahren möchte, wird hier zwar fündig, meint er, eine weitergehende Reflexion über die Sprache der Tiere und Tierethik darf der Leser aber nicht erwarten. Wissenslücken in ihrer philosophisch angereicherten Sammlung von Forschungsbefunden überspielt die Autorin mit Spekulation, statt mit kritischer Distanz dem Geist der Tiere nachzuspüren, kritisiert Spanke.
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