Jakob Wassermann

Mein Weg als Deutscher und Jude

Cover: Mein Weg als Deutscher und Jude
Jüdischer Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783633542154
Gebunden, 144 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

"Es ist vergeblich, für sie zu leben und für sie zu sterben. Sie sagen: er ist ein Jude." Dies schrieb einer der erfolgreichsten Schriftsteller deutscher Sprache in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Jakob Wassermann, in seinem autobiografischen Essay "Mein Weg als Deutscher und Jude". Er war Deutscher, er war Jude - "eines so sehr und so völlig wie das andere, keines ist vom anderen zu lösen". Beides zugleich zu sein aber war ihm in der Welt, in der er lebte, verwehrt: "Es ist mir, als wäre nur bei den Toten Gerechtigkeit zu finden gegen die Lebenden. Denn was diese tun, ist ganz und gar unerträglich." Dieses radikal anklagende Buch wurde 1921 erstmals veröffentlicht, zwölf Jahre, bevor die Nazis in Deutschland an die Macht kamen und damit begonnen wurde, den Juden Europas das Leben zu nehmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2006

Deutlich spürt Jakob Hessing den Knick im Lebensweg Jakob Wassermanns, der den deutsch-jüdischen Autor ab 1921 langsam resignieren lässt. Durch Wassermanns Beispiel gelangt Hessing zu einem besseren Verständnis der das gesamte deutsche Judentum zu dieser Zeit erfassenden Identitätskrise. Wassermanns Reaktion auf das Wiener jüdische Kulturleben verfolgt er aufmerksam und erkennt die "traurige Ironie" der Doppelidentität des deutschen Juden, der den Antisemitismus verinnerlicht hat. Hessing entgeht nicht die Scham des Autors angesichts dieses bitteren Paradoxons. Nachdenkllich schließt er das Buch, sinnend über Begriffe wie "Jude" und "Deutscher".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.05.2005

"Endlich", seufzt Fritz Raddatz erleichtert auf, endlich ist dieses wichtige, berührende Buch, 1921 erschienen, wieder zugänglich - und hoffentlich nicht nur, um eine Publikationslücke zu schließen: "Man soll es unbedingt kaufen und lesen", schreibt Raddatz weiter - "einen der tiefsinnigsten, ergreifendsten Essays zum nicht verebbenden Thema 'Deutsche und Juden', herzzerreißend und dennoch nicht schluchzend; eine elegante Prosa-Etüde, vornehm-altmodisch im besten Sinn". Man soll es lesen, weil es Aktuelles zu erhellen vermag - weil Deutschsein und Jüdischsein immer noch als unvereinbar wahrgenommen werden -, weil es der Aufschrei eines erfolgreichen Schriftstellers ist, der trotz seiner privilegierten Stellung in der Gesellschaft als jüdischer Deutscher an ihr verzweifelte. Das Buch zeigt, so Raddatz, was einen Menschen bewegt, wenn ihm immer wieder vorgehalten wird: "Du bist minderwertig, egal was du tust, egal wie tief verwurzelt du bist in deutscher Landschaft, deutscher Mythologie, der Sagen- und Märchenwelt einer Nation, deren Teil du dennoch nicht sein kannst". Er prüft sich immer wieder, er beginnt zu akzeptieren, Urteile zu übernehmen - er bricht innerlich. Raddatz möchte den "Schrei" dieses Buches an "Litfaßsäulen und Werbeflächen" pflastern, und er legt es allen Lesern ans Herz, ihn zu hören.

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