Die Juden in Deutschland nahmen im 19. Jahrhundert an der allgemeinen Modernisierung der Gesellschaft teil. Aber zugleich beschäftigten sie sich intensiv mit ihrem eigenen "Projekt der Moderne". Sie waren bestrebt, für sich eine jüdische Identität zu erfinden, die zu ihrer neuen Stellung in Staat und Gesellschaft passte. Shulamit Volkov geht in den vorliegenden zehn Essays diesem jüdischen "Projekt der Moderne" ebenso nach wie dem Antisemitismus in Deutschland und seinen Verbindungen zu Nationalismus und Antifeminismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.09.2001
Balsam für die Rezensentenseele ist das Buch. Jacob Hessing genießt die "wohltuende Professionalität", mit der die Autorin ihre Thesen zur Diskussion stellt. Dankbar registriert er, dass sie es nirgends nötig hat, apologetisch zu werden, und dass sie als hebräische Muttersprachlerin einen Blick für ihren Gegenstand hat, der deutschen Kollegen abgeht. Das Arbeitsziel des Unternehmens stellt uns Hessing als "Untersuchung des jüdischen Details im deutschen Gesamtgefüge" vor und lobt die "Fülle von gut formulierten Einsichten," die, wie er schreibt, diese Aufsatzsammlung, die den Weg für eine differenziertere Kultursoziologie bereitet, für das Studium der deutsch-jüdischen Geschichte unentbehrlich machen.
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