Jean Paul schuf eine Welt aus Schrift. Alles in seinem Leben musste dem Schreiben dienen: die Tag- und die Nachtstunden, die Familie und die Liebschaften, das Essen und der Alkohol. Wie wird an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert aus dem Pfarrerssohn in der Provinz ein gefeierter Autor in den Salons von Berlin, der dann bald doch wieder ins fränkische Bayreuth zurückkehrt? Wie und woraus entstehen seine vielschichtigen Werke, die sich weder der Weimarer Klassik noch der Romantik zuordnen lassen? Anlässlich des 250. Geburtstags hat Helmut Pfotenhauer, wie kaum ein anderer vertraut mit Jean Paul, eine profunde und dabei genussvoll zu lesende Biografie über den großen deutschen Romancier geschrieben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2013
Rezensent Alexander Kosenina freut sich über zahlreiche neue Veröffentlichungen zum Dichter Jean Paul, der in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag feiern würde. Der Kritiker begrüßt gleich zwei hinreißende neue Biografien, die seiner Meinung nach unterschiedlicher kaum sein könnten. Während Beatrix Langner in ihrem Werk die Geistesvita des Schriftstellers mit Dichtung versehe, lege der Jean-Paul-Fachmann Helmut Pfotenhauer mit seinem nun unter dem Titel "Das Leben als Schreiben" erschienenen Buch eine wunderbare, mit Leben angereicherte Werkmonografie vor. Pfotenhauers Entscheidung erfolgte aus gutem Grund, weiß der Rezensent: Jean Paul habe nicht nur stets über Facetten des eigenen Lebens geschrieben und sich selbst als Alter Ego in seinen Texten beschrieben, sondern seine Dichtung auch als "künftigen Lebensplan" verstanden. Über das "schriftlose" Leben des Dichters hat Kosenina in dieser Biografie zwar wenig erfahren, dennoch kann er sie als erkenntnisreiche Werkinspektion des ebenso gelehrten wie "kauzigen" Schriftstellers nur uneingeschränkt empfehlen.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie…