Fürst Max Egon II. zu Fürstenberg (1863-1941) - einer der reichsten Männer seiner Zeit, enger Freund Kaiser Wilhelms II. und des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand - war ein Mann mit Einfluss im Deutschen Kaiserreich. Er begründete in den 1920er Jahren die Donaueschinger Musiktage, das bis heute bedeutendste Festival der Neuen Musik. Wirtschaftlich engagierte er sich nicht nur auf den traditionellen adeligen Betätigungsfeldern wie der Forst- und Landwirtschaft, sondern beschritt auch neue Wege. Unter seiner Leitung wurde die Fürstenberg Brauerei international aufgestellt und zusammen mit dem Haus Hohenlohe der "Fürstentrust" begründet. Das Buch zeichnet die Biografie eines Angehörigen des europäischen Hochadels nach, in der sich die adlige Lebenswelt vor dem Ersten Weltkrieg ebenso spiegelt wie die Geschichte fast eines ganzen Jahrhunderts mit all seinen Umbrüchen und Krisen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2021
Pünktlich zum hundertsten Geburtstag der Donaueschinger Musiktage erscheint dieser "Prachtband" zu Ehren des Mäzens Fürst Max Egon II. zu Fürstenberg, freut sich Rezensent Max Nyffeler. Der Kritiker lernt in dieser reich bebilderten und wie er schreibt, wissenschaftlich gründlichen Biografie den Adligen kennen, der zwischen Deutschem und Habsburger Reich vermittelte, bei beiden Kaisern ein und ausging, sich für die Interessen seines Hauses einsetzte, durch seinen Eintritt in die NSDAP im Alter von siebzig Jahren allerdings auch den Nazis als "Vorzeigeadliger" diente. Dass das Buch auch dieses Lebenskapitel ausführlich beleuchtet, verbucht der Rezensent als besonderen Gewinn. Neben spannenden Einblicken in deutsche Zeitgeschichte verdankt Nyffeler dem Band auch interessante Einsichten in die Geschichte der Donaueschinger Musiktage.
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