Petronilla Ehrenpreis

Kriegs- und Friedensziele im Diskurs

Regierung und deutschsprachige Öffentlichkeit Österreich-Ungarns während des Ersten Weltkriegs
Cover: Kriegs- und Friedensziele im Diskurs
Studien Verlag, Innsbruck 2005
ISBN 9783706540964
Kartoniert, 514 Seiten, 54,00 EUR

Klappentext

In der aktuellen internationalen Forschung über den Ersten Weltkrieg stehen insbesondere die Kriegsgesellschaften im Mittelpunkt. Dennoch fehlte bisher eine Untersuchung, die sich mit dem Diskurs um Krieg und Frieden, Kriegs- und Friedensziele in der Öffentlichkeit Österreich-Ungarns befaßt.
Erstmals wurden die deutschsprachige Presse Wiens und der Kronländer, Versammlungsberichte und Sitzungsprotokolle der Parteien systematisch ausgewertet. Sie gewähren einen umfassenden Einblick in die öffentliche Auseinandersetzung um Krieg und Frieden in der Julikrise 1914, die sich in den Kriegs- und Friedenszieldebatten der Parteien, der im Krieg neu entstandenen bürgerlichen Gesprächskreise und der Eliten aus Wirtschaft, Kirche und Verbänden fortsetzte. Vor allem durch die Analyse der Presseakten ließen sich neue Erkenntnisse über die Rolle der (ver-)öffentlich(t)en Meinung im Entscheidungsprozess der politisch Verantwortlichen gewinnen und es konnte rekonstruiert werden, wie die Entscheidungsträger mit dem Instrumentarium der Pressepolitik den gesellschaftlichen Diskurs zu lenken versuchten, aber letztendlich scheiterten. Die Politik des Außenministers Czernin, der die Öffentlichkeit wie kein anderer seiner Amtsvorgänger während des Kriegs in sein außenpolitisches Kalkül einbezog, erfährt in diesem Kontext eine Neubewertung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2006

Anerkennend äußert sich Klaus Hildebrand über Petronilla Ehrenpreis? Untersuchung der Diskussionen über Kriegs- und Friedensziele in Regierung und Öffentlichkeit während des Ersten Weltkriegs. Er lobt ihre Auswertung entsprechender Debatten in der deutschsprachigen Presse, in Versammlungsberichten und Sitzungsprotokollen von Parteien und Verbänden. Dass Ehrenpreis die Diskursanalyse von "nicht-diplomatiegeschichtlichen Faktoren" in den Mittelpunkt ihrer Arbeit rückt, hält Hildebrand für zulässig. Allerdings teilt er nicht ihre Einschätzung, die politischen Entscheidungen der Verantwortlichen seien zureichend geklärt. Dennoch betrachtet er die Darstellung als grundsätzlich erhellend für die Geschichte der Doppelmonarchie während der Jahre von 1914 bis 1918.