Es gilt weithin als unzweifelhaft, dass das Deutsche Reich einen wesentlichen Anteil am Ausbruch des Weltkriegs 1914 hatte, dass es während des vierjährigen blutigen Ringens sehr expansive Ziele verfolgte und im Falle eines Sieges seinen Gegnern einen harten Frieden auferlegt hätte. Dass es sich tatsächlich anders verhielt, will diese Studie zeigen. Sie fragt zunächst nach der Haltung der Mächte zum Krieg 1914 und erörtert dann deren Einstellung zum Frieden bis zum Versailler Vertrag 1919. Während dieses Zeitraums waren England und Frankreich nie zu einem Verständigungsfrieden bereit, wohl aber Deutschland und Österreich-Ungarn. Abschließend geht es um die Auswirkungen des Versailler Vertrags. Dessen Reparationsregelungen trugen entscheidend zu den großen Wahlerfolgen der NSDAP ab 1930 bei. Hätten sich die Staaten der Entente während des Krieges auf einen Verständigungsfrieden eingelassen, so wäre die Geschichte seither sehr anders verlaufen. Der Krieg wäre dann nicht der Anfang vom Ende des alten Europa geworden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.09.2014
Rezensent Hans-Christof Kraus liest Hans Fenskes Darstellung der Friedensbemühungen vor 1918 mit viel Gewinn. Wenn der Autor die Frage, ob Frieden frühzeitig möglich gewesen wäre, mit einem Ja beantwortet, scheint der Rezensent sich überzeugen zu lassen. Derart konzis und engagiert geht der Autor zu Werke und verdeutlicht Kraus die tragende Rolle Serbiens und Russlands zu Kriegsbeginn sowie die Kompromissbereitschaft Deutschlands und Österreichs (die die Allierten schnöde verschmähten), derart solide, lässt Kraus erkennen, vermittelt er zwischen seiner Arbeit und der neuesten Forschung, derart gründlich schließlich, meint der Rezensent, räumt Fenske mit Legenden auf und entlarvt den Versailler Frieden als "Diktatfrieden".
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