Hanns Zischler

Kafka geht ins Kino

Cover: Kafka geht ins Kino
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2017
ISBN 9783869711058
Gebunden, 216 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Vollständig überarbeitete Neuauflage. "Im Kino gewesen. Geweint." Franz Kafka war ein leidenschaftlicher Kinogänger - das scheint in seinen Tagebüchern immer wieder durch. Vieles in seinen Romanen und Erzählungen deutet darauf hin, dass Kafka sich durch das neue Medium inspiriert fühlte, eine ähnliche Erzählweise in der Literatur auszuprobieren. Hanns Zischler ging über Jahrzehnte anhand der Texte Kafkas der Frage nach, welche Kinos dieser wohl besuchte, welche Filme, Szenen und Schauspieler ihn nachhaltig beschäftigten. Zischler sammelte Fotos, Programmzettel, Plakate, durchblätterte in Bibliotheken die damalige Tagespresse nach Filmkritiken und -titeln, er stöberte in Archiven nach den alten, längst vergessenen Filmrollen. Zugleich ist das Buch ein magischer Streifzug durch das frühe Kino mit seinen Stummfilmen und fantasievoll-dramatischen Sprechern.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.06.2017

Paul Jandl wäre hellauf begeistert über die erweiterte Neuauflage von Hanns Zischlers Buch von 1996 zu dessen 70., wenn Begeisterung nur besser zum Understatement des Schriftstellers, Schauspielers und "eleganten" Essayisten Zischler passen würde, meint er. Wie der Autor hier Kafka als Kinogänger vorführt, analysiert und zum Schwingen bringt, dazu passend dem Leser Stummfilme empfehlend, scheint Jandl genial und fern aller germanistischen Langeweile. Die vom Autor "emphatisch" gesammelten und behutsam hermeneutisch erfassten Fundstücke aus Kafkas Werk und Archiven ergeben laut Rezensent zudem so etwas wie Zischlers intellektuelle Autobiografie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.04.2017

Rezensent Fritz Göttler hält den Schauspieler und Filmemacher Hanns Zischler für den Richtigen, um Franz Kafkas Kinoinspiriertheit zu erforschen. Wie das Kino das moderne Schreiben veränderte, kann Göttler hier erfahren. "Unerschöpflich" scheint ihm das neu aufgelegte, montierte, korrigierte und erweiterte Buch, wenn es mittels Inhaltsangaben, Plakaten, Starporträts und Filmkritiken erläutert, wie Kafka den Materialwert des Kinos für seine Arbeit nutzte. Für Göttler hat Zischler ein "Wunderwerk der Komposition des Akzidentiellen" geschaffen, das durch Leichtigkeit besticht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2017

Tilman Spreckelsen freut sich, dass Hanns Zischlers "Kafka geht ins Kino" in einer erweiterten und überarbeiteten Version neu herausgegeben wurde. Schon die Erstausgabe von 1996 hat der Kritiker begeistert gelesen: Zischler hatte so sorgfältig wie umfangreich zusammengetragen, was sich in Briefen, Tagebüchern, Zeitungs- und Behördenarchiven zu Kafkas Kinobesuchen finden ließ, informiert der Rezensent, der hier auch einiges über die Filme und die Umstände, unter denen sie gezeigt wurden, erfährt. In der nun erschienenen Edition aber sind "Irrtümer" korrigiert und Bilddokumente ergänzt worden, stellt der Kritiker zufrieden fest; insbesondere aber freut er sich über weitere Beobachtungen zu Kafkas Filmrezeption, die erst durch neu erschlossene filmische Quellen möglichen wurden. Und dass der Ausgabe eine DVD mit 140 Minuten Filmmaterial beigelegt wurde, ist ebenfalls ein großer Gewinn, schließt der Kritiker.