Gilles Kepel

Die Spirale des Terrors

Der Weg des Islamismus vom 11. September bis in unsere Vorstädte

Klappentext

Aus dem Französischen von Ursel Schäfer. Deutsche Soldaten sterben in Afghanistan, weil sie dort, so heißt es, unsere Freiheit verteidigen. Aber der islamistische Terror flaut nicht ab, im Gegenteil. Diese Spirale des Terrors können gerade wir in Europa umkehren, sagt Gilles Kepel, der wohl renommierteste Kenner der arabischen Welt. Wir müssen weg von der rein militärischen Aktion. Kepel weist den Ausweg aus der Krise: Wenn es gelingt, einen Wohlstandsraum vom Mittelmeer bis zum Golf zu schaffen, werden daraus die Konturen einer neuen Region erwachsen, die allein der richtige Rahmen für den Frieden sein kann. Dafür braucht Europa vor allem eines: politischen Mut.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.07.2009

Mit Gewinn hat Thomas Leuchtenmüller dieses Buch über den Islamismus und seine Bekämpfung von Gilles Kepel gelesen, auch wenn er nicht immer mit dem Autor einverstanden ist. Besser als der deutsche Titel "Die Spirale des Terrors" passt in seinen Augen der Orginaltitel des Buchs, "Terreur et Martyre", zu dessen Inhalt, bringt der französische Soziologe und Arabist doch die zwei "Großen Erzählungen", die zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Welt beherrschen, auf diese beiden Begriffe. Erhellender als die Ausführungen über die Ideologie der USA findet Leuchtenmüller die Abschnitte über den Nahen und Mittleren Osten, über die "Große Erzählung vom Martyrium" der islamischen Welt. Als eine Stärke des Autors wertet er die Erhellung der ideologischen Dispute unter den Arabern. Aber auch die Überlegungen zur Situation in Europa scheinen Leuchtmüller relevant. Dass dabei gerade Frankreich als Vorbild der Integration gewürdigt wird, betrachtet er allerdings eher skeptisch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2009

Instruktiv findet Rezensent Wilfried von Bredow dieses Buch über den islamistischen Terrorismus und den Krieg gegen den Terrorismus, das Gilles Kepel vorgelegt hat. Auch wenn er dessen Gleichsetzung dieser beiden Kriege als zwei politische Großziele ablehnt, scheint ihm die Darstellung der Fehler - von der schlechten Planung der Einsätze im Irak bis hin zu Guantanamo und Abu Ghraib -, die die USA nach dem 11. September gemacht haben, weitgehend plausibel. Zudem schätzt er die anschauliche Schilderung der Entwickelung des Terrors in Ländern wie Irak und Afghanistan. Besonders hebt der Rezensent Kepels Analyse islamistischer Texte von Ayman al Zawahiri und Abu Mussab al Suri hervor, die seines Erachtens einen "hervorragenden Einblick in das Selbstverständnis der Dschihadisten" vermittelt. Außerdem hält er den Überblick über die extremistischen muslimischen Milieus in Großbritannien, den Niederlanden und Dänemark für aufschlussreich. Kepels Bild von der Integrationslage der Muslime in Frankreich ist in seinen Augen allerdings "zu positiv" ausgefallen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.03.2009

Den Pariser Islamexperten Gilles Kepel schätzt Ulrich von Schwerin für seine Darstellung der Brüche im Dschihad-Diskurs. Betreffend den vorliegenden Band hält der Rezensent den Originaltitel "Terreur et martyre" für angemessener, weil er Kepels um die Auslegungskämpfe innerhalb des Dschihadistenlagers kreisendes Thema besser erfasst. Wie unterscheidet sich die Aufassung von Selbstmordattentaten bei Schiiten beziehungsweise Sunniten? Wie gestaltet sich al-Qaidas Propaganda im Hinblick auf das globale Projekt des Dschihad? Der Rezensent findet die Antworten in diesem Buch und zugleich die Infragestellung der angestrebten Kohärenz im dschihadistischen Weltbild. Kritisch sieht Schwerin die ideologische Schwerpunktsetzung bei Kepel. Indem der Autor soziale und ökonomische Ursachen übergehe, so Schwerin, beteilige er sich selbst an der Konstruktion einer kohärenten Erzählung.
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